Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V.

SÜDWESTMETALL: Forderungen der IG Metall realitätsfern und schwere Belastung für die Betriebe

Dr. Wolf: „Dürfen Krise nicht sehenden Auges durch verfehlte Lohnpolitik herbeiführen“

Erstellt am: 01/14/2015

SINDELFINGEN – Die Arbeitgeber der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie haben die Entgeltforderung der IG Metall erneut als „realitätsfern und schwere Belastung für die Betriebe“ zurückgewiesen.

Vor der ersten Tarifrunde: Dr. Stefan Wolf (rechts) und Roman Zitzelsberger

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„Wir erwarten nur ein geringes Wachstum, und die Inflation wird niedrig bleiben. Da fehlt mir für eine Tarifforderung von 5,5 Prozent jedes Verständnis“, sagte Dr. Stefan Wolf, Vorsitzender von SÜDWESTMETALL, am Mittwoch nach der Auftaktverhandlung der Tarifrunde 2015 in Sindelfingen.

Wolf erinnerte daran, dass die Beschäftigten der Branche bereits durch die letzten beiden Tarifabschlüsse kräftig profitiert hätten. Dabei seien die Entgelte um insgesamt zehn Prozent erhöht worden, was für die Metallbeschäftigten im Land im Durchschnitt ein Lohnplus von mehr als 5.000 Euro im Jahr bedeutet habe. Dank der geringen Inflation hätten die Beschäftigten auch tatsächlich deutlich mehr Geld in der Tasche gehabt. „Das mag für unsere Mitarbeiter erfreulich sein, lässt sich aber nicht beliebig fortsetzen, zumal die wirtschaftliche Entwicklung in den letzten drei Jahren immer hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist“, sagte Wolf: „Wir haben zwar aktuell keine Krise. Deshalb dürfen wir sie aber auch nicht sehenden Auges durch eine verfehlte Lohnpolitik herbeiführen.“

Dr. Stefan Wolf nach der Tarifrunde.

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Die beiden qualitativen Forderungen der Gewerkschaft zur Altersteilzeit und zu einer neuen bezuschussten Bildungsteilzeit kritisierte der SÜDWESTMETALL-Vorsitzende ebenfalls als „zusätzliche Belastung gerade für jene Betriebe, die sich weiterhin zur Tarifbindung bekennen wollen“. Zwar seien auch die Arbeitgeber weiterhin an einer flexiblen Ausstiegsmöglichkeit für diejenigen interessiert, die im Alter aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr bis zum gesetzlichen Rentenalter arbeiten könnten. „Aber angesichts wachsender Fachkräfteengpässe können wir es uns nicht länger leisten, auch diejenigen noch mit Zuschuss in die Frührente zu schicken, die einfach keine Lust mehr haben.“

Für die geforderte bezuschusste Teilzeit für persönliche Weiterbildung sieht Wolf überhaupt keine Notwendigkeit: „Unsere Industrie gibt Milliarden für Bildung und Weiterbildung aus, die betrieblich sinnvoll ist.“ Der weltweite Erfolg deutscher Unternehmen belege, dass dies in ausreichendem Maße geschehe. „Deshalb braucht es keine zusätzlichen Regelungen. Vor allem ergäbe es überhaupt keinen Sinn, wenn die Arbeitgeber auch noch eine persönliche Weiterbildung bezuschussen sollen, für die es im Betrieb gar keinen Bedarf gibt. Genau diese zusätzliche Belastung fordert jedoch die IG Metall“, sagte Wolf.

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Datum: 6.12.2016

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