[ Ausbildung 2020 – Trends und Perspektiven ]

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Bereits heute absehbare Trends erfordern eine Aufwertung der beruflichen Ausbildung. Das Leitmotiv lautet: Ausbildung zum strategischen Partner der Geschäftsleitung entwickeln!

Eine strategisch ausgerichtete Aus- und Weiterbildung wird unverzichtbarer Bestandteil betrieblicher Wertschöpfung.

Trends

  • Flächendeckender Fachkräftemangel 2020
  • Schnelle, beschleunigte Innovation
  • Internationalisierung gewinnt an Dynamik
  • Märkte verändern sich schneller als die Ausbildung
  • Wertewandel beschleunigt sich
  • Auswirkungen auf die Ausbildung

Stärkere Orientierung an Wirtschaftlichkeit

Es wird erwartet, dass die betriebliche Ausbildung stärker als bisher an Kriterien der Wirtschaftlichkeit ausgerichtet wird. Wirtschaftliche Ausbildungsstrukturen in Betrieben sind gekennzeichnet durch Annerkennung von ausbildungsrelevanten Vor- und Teilqualifikationen, Lernen im betrieblichen Arbeitsprozess, frühe Verzahnung mit betrieblichen Personalentwicklungsangeboten und betrieblich verwertbaren projekt- und handlungsorientierten Prüfungen.

So wird ein nahtloser Übergang von der Ausbildung auf den Arbeitsplatz im Betrieb ermöglicht. Hierzu müssen die bestehenden Flexibilitätsfreiräume der Ausbildungsordnungen voll ausgeschöpft werden. Dazu bedarf es integrierter Ausbildungsmanagementsysteme, die effiziente Prozesse vom Auswahlverfahren bis zur betrieblichen Übernahme sicherstellen.

Duale Strukturen setzen sich durch

In der Erstausbildung ist aufgrund einer größeren Leistungsstreuung bei den Ausbildungseinsteigern ein höherer Aufwand nötig, um die Ausbildungs- und Berufsfähigkeit herzustellen. Deshalb sind auch in Zukunft zentrale Ausbildungsorte (Lehrwerkstätten, Ausbildungszentren) als innerbetrieblicher dualer Partner zur Vorbereitung auf die Ausbildung im Arbeitsprozess unverzichtbar.

Das duale Prinzip zur Berufsschule wird durch eine effiziente Verzahnung von Ausbildungsinhalten und schulischen Lernfeldern gestärkt sowie im Bereich der Berufsvorbereitung auf die beruflichen Vollzeitschulen ausgedehnt. Außerdem werden Betriebe systematisch als dualer Partner von allgemeinbildenden Schulen im Sinne von Bildungspartnerschaften in Erscheinung treten.

Steigende Anforderungen ergeben sich zusätzlich aus der Zunahme dualer Studiengänge mit höheren Anforderungen an die Wissenschaftlichkeit während der betrieblichen Praxisphasen. Dies erhöht die Qualifikationsanforderungen an die Ausbildungsbereiche.

Aus- und Fortbildung aus einem Guss

Die Vermeidung von „Qualifizierung auf Vorrat“ und „Doppelqualifizierung“ erfordert eine enge Verknüpfung von Ausbildung und Personalentwicklung. Ausbildung übernimmt eine strategische Rolle in der Personalentwicklung. Sie stellt den Einstieg in eine systematische betriebliche Weiterbildung dar. Der Auszubildende ist Mitarbeiter vom ersten Tag an.

Der Ausbilder entwickelt sich zum Bildungscoach

Der zukünftige Ausbilder entwickelt sich zum Orientierungsgeber, Begleiter und Bildungsberater an der Schnittstelle zwischen Ausbildung, Personalentwicklung, Weiterbildung und Fachbereich. Die Funktion bietet außerdem Chancen im Rahmen der betrieblichen Führungskräfteentwicklung.

Ausbildungseinrichtungen werden zu einem Bildungspool mit modernen Lernmitteln und Kommunikationsmedien, der entsprechendes Fachpersonal zur Verfügung stellt.

Empfehlungen

Damit die strategische Bedeutung betrieblicher Ausbildung umfassend für die Zukunft ausgeschöpft werden kann, empfehlen wir,

  1. den Status quo mit Hilfe des von der Südwestmetall-Arbeitsgruppe entwickelten Fragebogens zur Eigenanalyse festzustellen,
  2. betriebliche Handlungsfelder für die weitere strategische Ausrichtung von Aus- und Weiterbildung zu identifizieren und
  3. die eigenen betrieblichen Bildungsstrukturen entsprechend auszurichten.

Betriebliche Entscheidungsträger müssen jetzt für die strategische Bedeutung betrieblicher Ausbildung sensibilisiert werden, damit sie rechtzeitig innerbetriebliche Anpassungen vornehmen können. So werden strategische Unternehmensentscheidungen zeitgerecht personalpolitisch begleitet.

Südwestmetall
Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e. V.

Löffelstraße 22–24
70597 Stuttgart
Postfach 70 05 01
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Tel. +49 (0)711 7682-0
Fax +49 (0)711 7651675
E-Mail: info(at)suedwestmetall.de

URL: http://www.suedwestmetall.de/swm/web.nsf/id/pa_de_ausbildung-2020.html
Datum: 17.5.2012

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