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Freitag, 7. Dezember 2007
Südwestmetall-Bezirksgruppe Ludwigsburg verteidigt Zeitarbeit
Vorsitzender Seipler: "Zeitarbeit ist echte Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt"
LUDWIGSBURG – Der Vorsitzende der Südwestmetall-Bezirksgruppe Ludwigsburg, Dr. Dieter Seipler, hat die Bedeutung der Zeitarbeit für die Metall- und Elektrobranche betont. „Wenn die Zeitarbeit derzeit einen Aufschwung erlebt, zeigt das den dringenden Bedarf der Unternehmen“, sagte Seipler bei einer Diskussionsveranstaltung dieser Bezirksgruppe des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg (Südwestmetall) am Donnerstag in Ludwigsburg.
Allein in der deutschen M+E-Industrie seien seit April 2006 neben den mehr als 115.000 neuen Stellen zusätzlich rund 50.000 ebenfalls sozialversicherungspflichtige Zeitarbeitsplätze geschaffen worden. „Das sind keine prekären Arbeitsverhältnisse, das ist echte Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt“, betonte Seipler. Zwar gingen – gemessen an der Gesamtbeschäftigung – gerade einmal fünf Prozent aller Beschäftigten dieses Industriezweigs einer Zeitarbeit nach, doch diese Mitarbeiter benötigten die M+E-Unternehmen für ihre flexible Planung.
Nach einer aktuellen Umfrage der Bezirksgruppe Ludwigsburg setzten 50 Prozent der befragten Firmen Zeitarbeiter regelmäßig, dreißig Prozent gelegentlich und die restlichen Firmen Zeitarbeiter gar nicht ein. Der Anteil an Zeitarbeitnehmern in den Betrieben betrug im Jahresdurchschnitt 3,25 Prozent. Er lag damit unter dem Bundesdurchschnitt der Metall- und Elektrobranche. Die Hälfte der Betriebe beschäftigt mittlerweile aber mehr Zeitarbeitnehmer als in den Vorjahren. Teilweise sei ein starker Anstieg zu verzeichnen, erläuterte Seipler. 20 Prozent der Betriebe hätten jedoch keine Veränderung festgestellt. Die meisten Firmen setzten die Zeitarbeiter aus Flexibilitäts- und Vertretungsgründen ein. Die meisten Zeitarbeiter arbeiteten im Fertigungs- und Montagebereich. „Von der Zeitarbeit profitieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber“, sagte Seipler. So könnten die Unternehmen ihre Beschäftigung anpassen, ohne den Schwierigkeiten des rigiden Kündigungsrechtes ausgesetzt zu sein. Für Mitarbeiter sei die Zeitarbeit häufig die Chance, von ihr in eine Festanstellung im Unternehmen zu wechseln. „Aus guten Gründen darf es deshalb keine allgemeine Quotenregelung und auch kein Gebot zu gleicher Bezahlung mit der Stammbelegschaft geben“, erklärte Seipler. Der Bezirksgruppen-Vorsitzende warnte zugleich die Große Koalition, die jüngsten Erfolge auf dem Arbeitsmarkt durch ein Zurückdrehen der Reformen zu gefährden. So sei die Begrenzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I für Ältere ein zentraler und erfolgreicher Bestandteil der Arbeitsmarktreformen gewesen. Die Beschäftigungsquote bei den über 55-Jährigen sei zwischen 2004 und 2007 von 39,2 Prozent auf 52 Prozent geklettert. Wenn nun die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I wieder verlängert werde, handelten Politiker wider besseres Wissen. „Ich kann nicht verstehen, warum dieser sichtbare Erfolg ohne Not gefährdet werden soll“, sagte Seipler. |
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