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Mittwoch, 12. November 2008
Tarifeinigung in baden-württembergischer Metall-und Elektroindustrie
Dr. Roell: „Trotz Krise mehr Geld für Arbeitnehmer – Ein fairer Kompromiss, der Betrieben und Beschäftigten in schwieriger Lage Stabilität und Flexibilität bietet“
SINDELFINGEN – Der Arbeitgeberverband Südwestmetall und die IG Metall Baden-Württemberg haben sich am Mittwochmittag in Sindelfingen auf ein Verhandlungsergebnis für die Tarifrunde 2009 geeinigt. Der neue Tarifvertrag hat eine Gesamtlaufzeit von 18 Monaten.
Im Einzelnen sieht die Vereinbarung vor:
Danach ergibt sich für die baden-württembergische Metall- und Elektroindustrie eine tarifliche Kostenbelastung für 2008 von 3,16 Prozent und für das Jahr 2009 von 2,85 Prozent. Durch Nutzung der betrieblichen Differenzierungsmöglichkeiten kann die Kostenbelastung für 2009 auf bis zu 1,24 Prozent gesenkt werden. Der Vorsitzende und Verhandlungsführer von Südwestmetall, Dr. Jan Stefan Roell, bezeichnete das Verhandlungsergebnis angesichts der wirtschaftlich außerordentlich unsicheren Lage als „insgesamt fair, stabilisierend, aber wie immer an der Grenze des ökonomisch Vertretbaren“. Unternehmen und Beschäftigte hätten nun für einen längeren Zeitraum die notwendige Kalkulationsgewissheit. „Das Gesamtpaket ist der einmalig schwierigen Situation angemessen, gibt unseren Mitarbeitern trotz Krise mehr Geld und lässt den Betrieben für das unsichere Jahr 2009 eine erhebliche Kostenflexibilität“, betonte Roell. Mit einer Tabellenerhöhung von 4,2 Prozent bei 18 Monaten liege das Ergebnis deutlich unter dem Niveau des Tarifabschlusses von 2007, als eine Tabellenerhöhung von insgesamt 5,8 Prozent für 19 Monate vereinbart wurde. „Das ist urvernünftig und deshalb für mich als Verhandlungsführer akzeptabel“, so Roell wörtlich. Überdies freue er sich, dass dieses Ergebnis nach Verhandlungen und nicht erst nach einem Arbeitskampf erzielt werden konnte. „Für einen Streik in dieser wirtschaftlichen Lage hätte in Deutschland, erst recht aber im Ausland niemand Verständnis gehabt“, sagte Roell. Skeptisch äußerte sich der Südwestmetall-Vorsitzende über mögliche Auswirkungen des Abschlusses auf die Arbeitsplätze. Er könne heute nicht seriös voraussagen, wie viele der neu geschaffenen 250.000 Arbeitsplätze mit diesem Abschluss in der bevorstehenden Wirtschaftskrise gehalten werden könnten. „Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie werden alles versuchen, um mindestens die Stammbelegschaften im bevorstehenden Abschwung weiterhin zu beschäftigen“, erklärte Roell. Download Pressemitteilung (PDF) |