Volkswirtschaft, Statistik

Eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik bietet die besten Voraussetzungen für Wertschöpfungsaktivitäten. Sie beruht auf dem Gedanken, dass die effiziente Nutzung von Ressourcen einer Volkswirtschaft am ehesten durch private Anbieter erreicht werden kann. Sie erschließen Felder, auf denen sie mit Nachfrage rechnen.

Deshalb kümmert sich Südwestmetall im Verbund mit seinen Spitzenverbänden um die Bedingungen des Wirtschaftens und sucht die Voraussetzungen dafür zu verbessern, dass Unternehmen gegründet und Arbeitsplätze gesichert und, wo möglich, geschaffen werden, damit Menschen Beschäftigung finden, Einkommen erzielen und Wohlstand erfahren können.

Seit Jahren nimmt die Politik Bürgern und Unternehmen durch offene oder verdeckte Steuer- und Beitragserhöhungen immer stärker die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie sie einen Großteil ihres Einkommens und ihrer Gewinne verwenden. Zugleich steigen in den öffentlichen Haushalten die konsumtiven Ausgaben, während die investiven kontinuierlich sinken. So liegt die Staatsquote in Deutschland mit fast 50 Prozent weit über der Staatsquote der Vereinigten Staaten mit rund 32 Prozent. Noch in den sechziger Jahren lag sie hierzulande ähnlich niedrig.

Analyse und Bewertung

Die bisherige Wirtschaftspolitik mit ihrer Neigung zu Interventionen und Umverteilung ist eine Ursache für die Stagnation zu Beginn des neuen Jahrhunderts. Sie treibt die Staats- und Abgabenquote hoch und bewirkt zudem eine Verfestigung öffentlicher Defizite auf Kosten künftiger Generationen. Südwestmetall setzt sich im Verbund mit anderen Verbänden dafür ein, den Spielraum für Unternehmen und Konsumenten wieder zu vergrößern und die wirtschaftliche Eigendynamik wieder mehr zur Entfaltung kommen zu lassen.

Dazu werden volkswirtschaftliche Daten analysiert, insbesondere aus den Bereichen Arbeitskosten, Einkommen und Produktivität, sowie politische Entscheidungen nationaler und internationaler Institutionen bewertet.

Die Finanzpolitik muss als ein wesentlicher Teil der Wirtschaftspolitik ihre Parameter daher so setzen, dass der Trend zu steigenden konsumtiven Ausgaben bei einem viel zu hohen Staatsanteil umgekehrt wird. Nur eine eindeutige und zielgerichtete Konsolidierungspolitik, die auf Ausgabenbegrenzung und effizienter Ausgabenverwendung beruht, gibt verlässliche Perspektiven für Bürger und Unternehmen.

Konjunktur und Wachstum

Im Zentrum der wirtschaftlichen Entwicklung stehen Informationen über die zukünftige Entwicklung der gesamten Volkswirtschaft, der Arbeitskosten sowie Produktivität und Einkommen. Zu diesem Zweck werden Prognosen von Wirtschaftsforschungsinstituten, dem Sachverständigenrat, der Europäischen Kommission und weiterer nationaler und internationaler Organisationen ausgewertet und beurteilt. Anhand dieser Daten lassen sich Schlussfolgerungen über den Erfolg, aber auch den Misserfolg der Wirtschaftspolitik ableiten und eigene Stellungnahmen formulieren.

Prognosen bilden dabei zum Zeitpunkt ihrer Erstellung das wahrscheinlichste Szenario ab. Spürbare Änderungen der Ausgangslage können die Verknüpfung zwischen Vergangenheit und Zukunft beeinträchtigen. Eine geringe Trefferquote sagt noch nichts über die Prognosegüte aus, da Prognosen auch den Sinn haben, Schwachstellen aufzuzeigen und Fehler zu vermeiden. Daher kann auf dieses Hilfsmittel nicht verzichtet werden. Prognosen müssen vielmehr im Lichte neuer Informationen auf ihre Gültigkeit hin überprüft werden.

Statistik

Statistik ist die in einer Zahl komprimierte Information. Auf dieser basieren direkt oder indirekt politische wie einzelwirtschaftliche Entscheidungen. An ihr werden aber auch die Ergebnisse einmal getroffener Entscheidungen gemessen. Der Objektivität, der Qualität und Aktualität statistischer Informationen kommt daher eine entscheidende Bedeutung zu. Dies gilt nicht nur für Daten, die den konjunkturellen und strukturellen Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung beschreiben, sondern auch und gerade für die Statistiken, die den sozialpolitischen Bereich abdecken. Südwestmetall als sozialpolitischer Spitzenverband in Baden-Württemberg hat ein elementares Interesse an wirtschafts- und sozialpolitischen Informationen, die die tatsächlichen Lebensbedingungen in Deutschland widerspiegeln. Angesichts des hohen Reformbedarfs im Bereich der Sozialsysteme gilt hier im besonderen Maße: "Gute Statistik ist die Basis für gute Politik".

Auf Landesebene sind innerhalb der Sozialstatistiken insbesondere die Arbeitsmarktstatistiken, die Lohn- und Gehaltsstatistiken, die Arbeitskostenerhebungen sowie die Ausbildungsplatzumfragen wichtige Informationsquellen. Eine genaue Beobachtung der Entwicklung der Effektiv- und Tarifverdienste sowie der Arbeitszeiten ist für die wirtschaftspolitischen Akteure unverzichtbar. Unter wettbewerbs- und standortpolitischen Aspekten nehmen insbesondere die Ergebnisse der Lohn- und Gehaltsstatistiken eine zentrale Stellung in der wirtschafts- und währungspolitischen Diskussion ein. Aus der Sicht der Unternehmen dienen die einzelnen Verdienststatistiken in der Regel zum Abgleich der eigenen betrieblichen Verdienst- und Arbeitskostenstruktur mit derjenigen der jeweiligen Branche. Insofern sind diese Erhebungen ein wichtiges Mittel der betrieblichen Standortbestimmung.

Kontakt

Südwestmetall
Abt. Kommunikation und Volkswirtschaft
Leitung: Dipl.-Volkswirt Hubertus Engemann
Sekretariat: Stefanie Martin
Tel. 0711 7682-128
Fax 0711 7682-184
>> E-Mail
Suche