Stephan Wilcken: "Politik darf die aktiv Beschäftigten und Unternehmen nicht immer weiter belasten"

SÜDWESTMETALL warnt Parteien davor, sich im Bundestagswahlkampf mit Rentengeschenken zu überbieten

Erstellt am: 06/21/2017

FREIBURG – Der Geschäftsführer der Bezirksgruppe Freiburg des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Stephan Wilcken, hat die Parteien davor gewarnt, sich im Bundestagswahlkampf mit Rentengeschenken zu überbieten. „Die Politik darf die aktiv Beschäftigten und die Unternehmen nicht mit immer höheren Beiträgen oder Steuern belasten“, sagte Stephan Wilcken. „Was wir jetzt brauchen, ist Weitsicht, Vernunft und Verantwortung für die junge Generation.“ Eine vernünftige, das heißt generationengerechte und langfristig finanzierbare Rente müsse bei allen Maßnahmen die oberste Prämisse sein.

Alles andere als vernünftig sei dagegen das jüngst vom SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz vorgestellte Rentenkonzept, das unter anderem das Rentenniveau dauerhaft auf dem heutigen Level von 48 Prozent stabilisieren will, kritisierte Stephan Wilcken. „Damit würde die SPD den vor ihr selbst eingeführten Nachhaltigkeitsfaktor wieder außer Kraft setzen, wonach die Renten langsamer steigen müssen als die Löhne, weil die Zahl der Rentner schneller steigt als die der Beitragszahler“, sagte er.

Die Kosten dieser Rückwärtswende wären enorm: „Die Gesamtbelastung der Steuer- und Beitragszahler durch das SPD-Rentenkonzept würde sich bis 2030 auf mehr als 100 Milliarden Euro belaufen“, sagte Stephan Wilcken unter Verweis auf eine Analyse der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. „Dass die SPD selbst nur begrenztes Vertrauen in die Finanzierbarkeit ihrer Versprechen hat, zeigt sich schon daran, dass ihre Berechnung im Jahr 2030 endet – gerade dann, wenn für das Rentensystem die schwierigste Zeit beginnt“, bemerkte er.

Stephan Wilcken betonte, dass es derzeit keinen dringenden Reformbedarf bei der Rente gebe. Denn auch bei dem von der Bundesregierung erwarteten Absinken des Rentenniveaus auf knapp 45 Prozent bis 2030 würden die Renten in Zukunft weiter steigen – lediglich nicht mehr ganz so deutlich wie die Löhne. „So rechnet die Deutsche Rentenversicherung Bund bis 2030 im Schnitt mit einem jährlichen Anstieg der Renten um zwei Prozent“, sagte er. In den vergangenen drei Jahrzehnten seien die Realeinkommen der Ruheständler laut einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft im Schnitt sogar stärker gestiegen als die jüngerer Altersgruppen.

„Die Rentenpolitik muss einen fairen Ausgleich zwischen den Generationen schaffen und eine nach-haltige Finanzierung sicherstellen, das Rentenkonzept der SPD erfüllt diese Voraussetzungen in keiner Weise, sondern ist ein fataler Rückfall in eine Rentenpolitik mit Angriffen auf die Steuer- und Beitragszahler.“

Eine gute wirtschaftliche Lage und ein robuster Arbeitsmarkt seien nach wie vor der beste Garant für steigende Renten, unterstrich Stephan Wilcken. Wachsende Lohnnebenkosten und steigende Steuerlasten hätten jedoch genau den gegenteiligen Effekt, weil sie das Wirtschaftswachstum dämpften. „Deshalb muss die nächste Bundesregierung wieder wachstumsfördernde Maßnahmen in den Vordergrund stellen“, forderte er. „Die Politik muss wieder mehr Wirtschaft wagen!“

 

Info: Der Arbeitgeberverband Südwestmetall ist einer der größten industriellen Arbeitgeberverbände Deutschlands. Er vertritt in Baden-Württemberg die arbeitsrechtlichen, tarif-, sozial- und bildungspolitischen Interessen von rund 1.000 Mitgliedsbetrieben der Metall- und Elektroindustrie mit fast 500.000 Beschäftigten. Die Südwestmetall Bezirksgruppe Freiburg als eine von insgesamt 13 regionalen Vertretungen betreut über 70 Mitgliedsbetriebe mit mehr als 23.000 Beschäftigten.

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Stephan Wilcken
Geschäftsführer
Südwestmetall
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79104 Freiburg
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Fax:       0761 38669-50
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Datum: 15.11.2018

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