2. Tarifverhandlung: Arbeitgeber bekräftigen Forderung nach Entlastungen und Verzicht auf Lohnerhöhungen

Porth: „Unsere Themen müssen in einem Abschluss angemessen berücksichtigt sein.“ 

18.01.2021

Die Arbeitgeber der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie (M+E) haben in der 2. Tarifverhandlung verdeutlicht, dass man in dieser Tarifrunde nur eine Lösung finden werde, wenn die für die Zukunftsfähigkeit und die Transformation der Unternehmen notwendigen Themen im Abschluss angemessen berücksichtigt sind. „Dazu haben wir von Anfang an Lösungsvorschläge gemacht“, sagte der Vorsitzende des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Wilfried Porth, am Montag nach den Gesprächen in Fellbach, die nach gut zwei Stunden ohne Ergebnis vertagt wurden.

Die Arbeitgeber sehen erst dann die Möglichkeit für Lohnerhöhungen, wenn die M+E-Industrie im Land das Niveau vor der Krise wieder erreicht hat, also frühestens im Jahresverlauf 2022. Weiter streben sie im Hinblick auf die wirtschaftliche Erholung und die anstehenden großen Herausforderungen der Transformation an, die Arbeitskosten zu senken und Betrieben individuell Möglichkeiten zu schaffen, vom Flächentarif abweichen zu können. Auch müssten die Tarifverträge einfacher und besser umsetzbar werden.

„Wir sind schon 2019, also vor der Pandemie, in eine Rezession gerutscht, im vergangenen Jahr folgte dann der steile Corona-Absturz“, sagte Porth. Im Gesamtjahr schrumpfte die Produktion gegenüber dem Vorkrisenniveau von 2018 um mehr als 15 Prozent: „Wir alle hoffen auf eine baldige Erholung. Aber selbst, wenn es für manche Firmen schon wieder aufwärtsgeht, ist das noch für lange Zeit ein Auf- und Nachholen.“

Zudem stünden viele Unternehmen im Zuge der Transformation vor kostenträchtigen gravierenden Umwälzungen, so der Südwestmetall-Vorsitzende: „Sie müssen jetzt in die wirtschaftliche Erholung und gleichzeitig in neue Geschäftsmodelle, in die Zukunft investieren. Dabei hat ihnen der wirtschaftliche Einbruch einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Die Transformation kann nur mit einer anderen Kostensituation gelingen. Deshalb brauchen wir jetzt Entlastung statt weiterer Belastungen, wenn wir unsere Unternehmen wettbewerbsfähig halten und die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichern wollen. Darüber gibt es einen sehr breiten Konsens bei unseren Mitgliedern.“

Weitere Verhandlungstermine werden die Tarifvertragspartner zeitnah miteinander abstimmen.

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Wilfried Porth, Vorsitzender Südwestmetall und Roman Zitzelsberger, IG Metall BaWü bei der 2. Tarifverhandlung.

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Volker Steinmaier

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