Mangel an Betriebsärzten und Arbeitsmedizinern

Südwestmetall engagiert sich gegen den Mangel an Betriebsärzten und Arbeitsmedizinern

Seit 2004 ist die Anzahl der Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde in etwa konstant. Allerdings ist in diesem Bereich die demographische Entwicklung besonders stark zu spüren. Bereits im Jahre 2013 waren knapp 60 % der Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde 60 Jahre und älter. Hinzu kommt, dass nur rund die Hälfte aller für die Betriebs- bzw. Arbeitsmedizin qualifizierten Ärzte für die betriebsärztliche Betreuung zur Verfügung steht. Gleichzeitig hat die Zahl der Erwerbstätigen seit 2004 um ca. 2 Millionen zugenommen. Die Lücke zwischen arbeitsmedizinischer Versorgung und dem bestehenden Angebot wird also immer größer.

Die Arbeitgeber kümmern sich vermehrt um die Gesundheit ihrer Beschäftigten. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und dem zunehmenden Fachkräftemangel von Bedeutung. Aber auch die berufsgenossenschaftliche Vorschrift „DGUV Vorschrift 2“ fordert mehr Unterstützungsleistungen von den Betriebsmedizinern. In einer GDA-Betriebsbefragung im Jahre 2011 zeigte sich, dass die arbeitsmedizinische Betreuung in Betrieben mit bis zu 9 Beschäftigten nur zum Teil umgesetzt ist. So verfügen nur 29 % dieser Betriebe über eine solche Betreuung.

 

Südwestmetall stärkt die Arbeitsmedizin mit unterschiedlichen Ansätzen

Südwestmetall stärkt die Arbeitsmedizin mit

  • der  Förderung einer Stiftungsprofessur an der Universität Tübingen seit über 10 Jahren
  • der jährlichen Vergabe eines Awards Arbeitsmedizin
  • der jährlichen Vergabe von zwei Stipendien für Doktoranden und Masteranden
  • sowie der regelmäßigen Durchführung eines Tages der Arbeitsmedizin.

 

Forderungen von Südwestmetall an die Politik

Von der Politik wünscht sich Südwestmetall entsprechendes Engagement und Unterstützung, insbesondere dass

  • die Ausbildung in der Arbeitsmedizin stärker gefördert wird
  • die Attraktivität für die Arbeit der Arbeits- und Betriebsmediziner erhöht wird
  • keine weiteren Verpflichtungen für die Arbeitsmedizin generiert werden
  • nicht-medizinische Aufgaben nicht von den Arbeits- und Betriebsmedizinern auszuführen sind, sondern von Assistenzkräften und weiteren Fachkompetenzen (z.B. Ergonomen, Sport- oder Gesundheitswissenschaftlern)
  • die Grundversorgung auch für Kleinbetriebe und ländliche Regionen durch organisatorische Rahmenbedingungen (z.B. Kompetenzzentren der Unfallversicherungsträger) gefördert wird.

Diese Forderungen sollten von der Politik schnellstmöglich aufgenommen werden, um den bestehenden Mangel an Ärzten mit arbeitsmedizinischer Fachkunde zu beseitigen und um damit die betriebsärztliche Versorgung für die Beschäftigten sicher zu stellen.

 

Quellen:

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) (Hrsg.): Arbeitswelt im Wandel, Zahlen – Daten – Fakten. Dortmund 2015, S. 63, Statistisches Jahrbuch,  Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), Bund Deutscher Arbeitgeber (BDA)

Südwestmetall
Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e. V.

Löffelstraße 22–24
70597 Stuttgart
Postfach 70 05 01
70574 Stuttgart
Tel. +49 (0)711 7682-0
Fax +49 (0)711 7651675
E-Mail: info(at)suedwestmetall.de

URL: https://www.suedwestmetall.local/SWM/web.nsf/id/pa_betriebsaerztemangel.html
Datum: 19.3.2019

VOILA_REP_ID=C1257761:004A5185