#ShowMEyourdesk mit Reiner Thede

Seit 2003 leitet Reiner Thede gemeinsam mit seinem Schwager Christian Erbe das Tübinger Unternehmen Erbe Elektromedizin. Das Familienunternehmen aus dem schwäbischen Tübingen gilt als Hidden Champion im Bereich der Hochfrequenzchirurgie. Die medizinischen High-Tech Instrumente entwickelt und produziert Erbe dabei ausschließlich in Deutschland. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Unternehmens ist jedoch die internationale Ausrichtung. Weltweit beschäftigt man rund 950 Mitarbeiter und erwirtschaftet rund 85 Prozent des rund 200 Millionen Euro hohen Umsatzes über Exporte in bis zu 110 Ländermärkte.

Im Ehrenamt ist Reiner Thede als stellvertretender Vorsitzender von Südwestmetall sowie als Vorsitzender der Bezirksgruppe Reutlingen aktiv.

1. Mit welchen zwei Sätzen würde man Sie bei Anne Will vorstellen?

Reiner Thede ist schwäbischer Familienunternehmer, mit rheinischen Wurzeln und dem entsprechendem Humor.  Seit 2003 leitet er erfolgreich das Medizintechnik-Unternehmen Erbe und zeichnet sich dabei durch sein über den Quartalsabschluss hinaus denkendes Handeln aus.

2. Welche morgendlichen Rituale haben Sie?

Mein erster Blick geht morgens auf das Smartphone. Da checke ich den Infoticker meiner Firma und insbesondere den Auftragseingang des Vortages. So bin ich schon vor dem Frühstück bestens informiert. Beim Frühstück darf die Tasse Tee – Earl Grey-  nicht fehlen.

3. Was ist Ihr wichtigstes Arbeitsinstrument und warum?

Das ist mein Tablet. Es ist leicht, flach, ich kann es überall mitnehmen und habe alle Daten präsent.
In meinen Besprechungen darf ein Flipchart nicht fehlen. Ich bin ein großer Freund von diesem Medium, weil ich sehr schnell komplizierte Sachverhalte einfach darstellen kann. Das erleichtert mir die Argumentation und meinem Gegenüber das Verständnis.

4. Auf welche Entscheidung sind Sie besonders stolz?

Das waren zwei historische Entscheidungen: Zum einen hatte Erbe im Laufe der Jahrzehnte viele Seitengeschäfte aufgebaut. So war das Unternehmen beispielsweise in der Ophthalmologie und der physikalischen Therapie tätig, besaß zudem ein Optikgeschäft in der Tübinger Innenstadt. Mitte der 90´er Jahre haben wir die strategische Entscheidung getroffen, uns in allen Disziplinen auf unser heutiges Kerngeschäft, die energetische Chirurgie zu konzentrieren.

Die Umstellung vom Vertrieb über den Fachhandel auf den Direktvertrieb ist die zweite Entscheidung, auf die ich stolz bin. Wir hatten erkannt, dass sich der Vertrieb über den Fachhandel immer schwieriger organisieren lässt, weil sich die Krankenhäuser zunehmend veränderten, Krankenhausgruppen entstanden etc. Als Konsequenz haben wir in vielen Ländern Vertriebs- und Servicetochterunternehmen gegründet.

5. Was würde der Welt fehlen, gäbe es Erbe Elektromedizin nicht?

Erbe produziert hochqualitative Instrumente, ohne die viele Operationen gerade in der minimalinvasiven Chirurgie oftmals gar nicht möglich wären. Für Patienten, die keine Vollnarkose vertragen, wäre das ein immenses Problem.

Ein schönes Beispiel ist die Polypektomie, also das Entfernen von Polypen im Darm. Durch ein Rektoskop wird unser Instrument eingeschoben und der Polyp mittels Hochfrequenzstrom abgetragen, ohne dass es blutet. Auch Magenblutungen können mit unseren Instrumenten behandelt werden, ohne den Patienten aufzuschneiden. Das ist schonend für den Patienten. Und auch das Krankenhaus freut sich, weil die Operation preiswerter ist und der Patient früher wieder entlassen werden kann.

6. Welche sind die Top 2 Bedrohungen Ihres Geschäftsmodells und warum?

Hier bereitet mir die Entwicklung der Löhne und Gehälter in Deutschland zunehmend Sorgen. Wenn diese auf Dauer über Inflation und Produktivitätszuwachs liegen, dann kann ein Unternehmen leicht seine Wettbewerbsfähigkeit verlieren - vor allem dann, wenn es wie wir ausschließlich in Deutschland produziert.

Die zweite Bedrohung sehe ich im zunehmenden Protektionismus weltweit. Wenn sich Tendenzen des „Brexit“ oder der US-Wahl auf andere Länder ausbreiten, wenn wir wieder Schutz- und Importzölle einführen, die das heutige Maß weit übersteigen, dann sehe ich für ein exportorientiertes Unternehmen harte Zeiten aufziehen.

7. Wer ist Ihr unternehmerisches Vorbild und was haben Sie von ihm gelernt?

Mein früherer Chef, Daniel Goeudevert, ist mein unternehmerisches Vorbild. Nach meinem BWL-Studium habe ich meine berufliche Laufbahn bei Ford in Köln im Controlling begonnen. Daniel Goeudevert war damals Vorstandsvorsitzender.

Als CEO war er ein Philosoph, ein Querdenker, ein Visionär und eine charismatische Führungspersönlichkeit, die uns als junge Hochschulabsolventen sehr geprägt hat. Von ihm habe ich gelernt, mit Mut und Zuversicht neue Wege zu gehen, eingeschlagene Bahnen auch mal zu verlassen und über den Tellerrand hinaus zu denken. Mit dieser Denke war er als CEO eines Automobilherstellers seiner Zeit weit voraus.

8. Haben Sie ein Lieblingszitat?

Ja, ein Zitat meines Vorbilds: „Man wird uns morgen an dem messen, was wir getan haben und nicht an dem, was wir vorhatten.“ Mit anderen Worten: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

9. Was schätzen Sie am Standort Baden-Württemberg?

Baden-Württemberg ist das Land der Tüftler und Denker. Wir finden hier Mitarbeiter, für die Arbeit mehr als nur ein Job ist. Die Baden-Württemberger sind fleißig, engagiert und typische „Schaffer“.

Das ist sicherlich das, was uns hier auszeichnet. Weiterhin hat der Standort Baden-Württemberg ein hohes Maß an Lebensqualität – es macht Freude hier zu arbeiten und zu Leben. Ich als „Neigschmeckter“ kann das glaube ich ganz gut beurteilen (lacht).

10. Bitte vervollständigen Sie! Digitalisierung ist für mich…...

…...die Herausforderung  von heute und morgen. Wenn wir richtig damit umgehen, werden wir Produkte und Dienstleistungen haben, die die Lebensqualität weiter erhöhen und zu qualitativem Wohlstand führen.

Südwestmetall
Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e. V.

Löffelstraße 22–24
70597 Stuttgart
Postfach 70 05 01
70574 Stuttgart
Tel. +49 (0)711 7682-0
Fax +49 (0)711 7651675
E-Mail: info(at)suedwestmetall.de

URL: https://www.suedwestmetall.local/SWM/web.nsf/id/li_arbeitgeber_erbeelektromedizin.html
Datum: 19.9.2019

VOILA_REP_ID=C1257761:004A5185