#ShowMEyourdesk mit Philipp Hafner

Stylishe Palettenmöbel in knallbunten Farben, dazu noch wetterbeständig und völlig individualisierbar – diese Geschäftsidee entwickelte das Schüler Start-Up „CouchFactory“ im Rahmen des Wirtschaftsprojekts Junior. Offensichtlich traf man damit den Zahn der Zeit. Bereits nach wenigen Monaten waren die Warenbestände ausverkauft und so verwundert es wenig, dass die Projektjury das Team um Geschäftsführer Philipp Hafner zur besten Schülerfirma Baden-Württembergs wählte.

1.  Mit welchen zwei Sätzen würde man Sie bei Anne Will vorstellen?

Philipp Hafner ist 17-jähriger Schüler am Leibniz Gymnasium Rottweil und Vorstandsvorsitzender der Schülerfirma CouchFactory. Seine Vorliebe für gemütliche Polstermöbeln brachte ihn und sein Team zur Geschäftsidee.

2.    Welche morgendlichen Rituale haben Sie?

Ich bin ein großer Fan der Snooze-Taste, die ich morgens auch immer ein bis zwei Mal drücke. Dann geht es aber spätestens um 6.30 Uhr in Richtung Schule. Zwischen Müsli, Kaffee und Schulbus checke ich meinen Maileingang auf neue Warenbestellungen.

3.    Was ist Ihr wichtigstes Arbeitsinstrument und warum?

Ganz klar mein Computer und mein Handy.
Die Arbeit an unserer Schülerfirma findet nicht nur in der Schule, sondern oft auch in unserer Freizeit statt. Meine Mitarbeiter und ich wohnen quer durch den Landkreis verstreut, sodass persönliche Treffen immer schwer zu koordinieren sind. Deshalb organisieren wir unsere Kommunikation durch Teammeetings via Video, Gruppenchats auf Whatsapp und verschiedene Cloudlösungen für das Dateienmanagement. Mobiles Arbeiten ist bei uns also ganz klar Standard.

4.    Auf welche Entscheidung sind Sie besonders stolz?

Ganz zentral war die Frage, wie wir unsere Palettenmöbel in dauerhaft hoher Qualität und benötigter Stückzahl produzieren können. Ich habe schnell gemerkt, dass wir das inhouse nicht leisten können, weil unsere Produkte sehr aufwändig sind und spezielles technisches Know-How erfordern. Also suchten wir uns Kooperationspartner, an die wir einzelne Produktionsschritte auslagerten. Im Nachhinein war diese Entscheidung ein großer  Erfolgsfaktor.

5.    Was würde der Welt fehlen, gäbe es CouchFactory nicht?

Dann wäre die Welt wohl nur halb so bequem (lacht). CouchFactory steht für bequeme aber dennoch funktionelle, weil wasserfeste Palettenmöbel. Diese kann der Kunde komplett nach seinen Wünschen gestalten - ein Angebot, welches sehr gut angenommen wurde.
Vor einigen Wochen haben wir zum Beispiel einen Großauftrag an die Stadt Rottweil ausgeliefert. 23 unserer Sofas stehen nun in der Innenstadt und bislang ist es mir noch nicht gelungen, ein freies Plätzchen zu ergattern. Auf dieses Feedback sind wir natürlich mächtig stolz.

6.    Welche sind die Top 2 Bedrohungen Ihres Geschäftsmodells und warum?

Durch das Outsourcing zentraler Produktionsschritte sind wir stark abhängig von unseren Kooperationspartnern. Brechen diese weg oder verändern sich Lieferbedingungen, bedroht das unser Geschäftsmodell unmittelbar.

Die zweite Bedrohung liegt in der zunehmenden Konkurrenz und dem damit verbundenen Preiskampf. Palettenmöbel sind stark im Kommen und Anbieter sprießen aus dem Boden. Selbst in Baumärkten gibt es mittlerweile DIY-Kits, mit denen sich Jeder Palettenmöbel selbst bauen kann.
Das bedeutet für uns, dass wir unsere Alleinstellungsmerkmale, nämlich die hervorragende Qualität und die Wasserfestigkeit unser Materialien als wichtige Kaufargumente platzieren müssen.

7.    Wer ist Ihr unternehmerisches Vorbild und was haben Sie von ihm gelernt?

Mein Großvater hatte eine eigene Bäckerei, für die er mit Leib und Seele brannte. Auch in Zeiten, in denen die Konkurrenz durch zahlreiche Discountbäckereien zunahm und die Preise dadurch in den Keller gingen, achtete er stets auf eine hohe Qualität und überzeugte so Tag für Tag seine Kunden von seinen Produkten. Dieses Qualitätsbewusstsein bewundere ich an ihm und mache es mir zum Maßstab.

8.    Haben Sie ein Lieblingszitat?

Gerade im unternehmerischen Kontext spricht mich das Zitat von Immanuel Kant an: „Ich kann, weil ich will, was ich muss.“ Es verdeutlicht schön, dass Vieles möglich ist, wenn die Motivation stimmt.

9.    Was schätzen Sie als Unternehmer am Standort Baden-Württemberg?

Für uns als Schülerfirma war die hohe Unternehmensdichte in der Region Rottweil ein Glücksfall. Baden-Württemberg ist ein Industriestandort, was uns die Suche nach den bereits erwähnten Partnerfirmen ungemein erleichtert hat. Ohne die großartige Unterstützung unserer Kooperationspartner wär der Erfolg von Couchfactory nicht möglich gewesen.

Hinzu kommt, dass das unternehmerische Denken bereits in der Schule stark gefördert wird. Dieses Jahr gab es beim Projekt Junior über 150 Schülerfirmen aus Baden-Württemberg – so viele, wie aus keinem anderen Bundesland.

10.    Bitte vervollständigen Sie! Digitalisierung ist für mich…...

…...selbstverständlich. Niemand aus meiner Generation wuchs lediglich mit Stift und Papier auf. Stattdessen sind wir parallel zu den ersten Smartphones groß geworden, nutzen sie heute Tag für Tag und können uns ein Leben ohne digitale Kommunikation nicht vorstellen.
Man sieht es ja auch an meiner Antwort zum wichtigsten Arbeitsinstrument: Schnelle, ortsunabhängige Kommunikation ist elementarer Bestandteil unserer Arbeit und unserer Firma.

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Datum: 19.9.2019

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