#ShowMEyourdesk mit Markus Blümle

Seit ihrer Gründung 1931 in Oberderdingen entwickelt, produziert und liefert E.G.O. Hightech-Produkte für Haushalts-Geräte wie Waschmaschinen, Herde und Wäschetrockner. Etwa ein Drittel der Gesamtbelegschaft, rund 1.8000 Mitarbeiter, arbeitet am Gründungsstandort in Oberderdingen. So auch der Personaldirektor Markus Blümle, der bereits seit 1997 dabei ist und u.a. aktiv zur niedrigen Fluktuationsrate des Unternehmens beiträgt.

1. Mit welchen zwei Sätzen würde man Sie bei Anne Will vorstellen?

Markus Blümle, 41 Jahre alt, ist mit ganzer Passion Personaler. Und bereits seit Start seiner Dualen Ausbildung 1997 passionierter E.G.O. Mitarbeiter.

2. Welche morgendlichen Rituale haben Sie?

Unter der Woche bin ich Frühaufsteher und sitze bereits um 6:30 Uhr im Auto in Richtung Oberderdingen, wenn die Familie noch schläft. Den ersten Kaffee gibt es im Büro, zusammen mit einem Blick in die Lokalzeitung. Danach spreche ich mit der Assistenz die Tagesaktivitäten durch und dann geht’s eigentlich auch schon los mit den Terminen.

3. Was ist Ihr wichtigstes Arbeitsinstrument und warum?

Das Smartphone für den schnellen Überblick. Der Laptop, um E-Mails oder Prozesse anzustoßen oder Anträge zu bearbeiten. Die laufen bei uns komplett digital, von Arbeitszeitänderungen über Anhörungen bis hin zur Bestellung von Visitenkarten. Der Vorteil: Ich war letzte Woche kurzfristig zwei Tage an unserem Standort in Barcelona und ich kann dort nahtlos weiterarbeiten, als ob ich an meinem Schreibtisch in Oberderdingen sitzen würde. Dort wickle ich die HR-Prozesse dann genauso ab wie hier. Digitalisierung heißt also vor allem auch Standortunabhängigkeit – ein wichtiger Faktor bei einem international aufgestellten Unternehmen wie E.G.O.
Ein für mich weiteres, persönlich wichtiges Arbeitsinstrument ist der Füllfederhalter. Man könnte schon sagen, dass ich mittlerweile eine kleine Sammlung habe, und ich nutze alle Exemplare auch regelmäßig.

4. Auf welche Entscheidung sind Sie besonders stolz?

Das Wort Stolz würde ich in diesen Zusammenhängen zwar nicht verwenden, aber ich kann sagen, dass es eine gute Entscheidung war bei E.G.O. das Studium zu beginnen und danach zu bleiben. Wenn Sie nach einem konkreten Projekt der letzten Jahre fragen, auf das ich stolz bin, würde ich den Themenkomplex Kompetenzentwicklung und E.G.O. Leadership nennen, den wir im HR-Bereich gemeinsam mit unseren Führungskräften entwickelt und mittlerweile an allen Standorten – von Deutschland über die USA und Mexico bis nach China – im Einsatz haben. Aber am Ende zählen nicht einzelne Projekte, sondern ihre Summe. Sie lesen ja auch nicht nur ein Kapitel in einem Buch, sondern alle. Erst dann wissen Sie, ob die Gesamtkomposition gelungen ist –wir haben schon viel geschafft und entwickeln und immer weiter.

5. Was würde der Welt fehlen, gäbe es Ihr Unternehmen nicht?

Es würden clevere Haushalts-Technologien fehlen, die den Menschen das tägliche Leben signifikant erleichtern. Das beste Beispiel birgt unsere Unternehmensgeschichte: In den 1930er-Jahren hat unser Gründer Karl Fischer das Kochen revolutioniert, indem er die erste serientaugliche Kochplatte erfunden hat und damit die Möglichkeit, in den Haushalten weg von der Feuerstelle hin zum elektrischen Kochen zu kommen. Seit damals haben wir die Liste der Innovationen konsequent erweitert und sind heute beispielsweise weltweiter Marktführer für Strahlungsheizkörper, die in vielen Küchen – ob in Haushalten oder Großküchen – zum Einsatz kommen.
 

6. Welche sind die zwei größten Bedrohungen Ihres Geschäftsmodells und warum?

Konkrete Bedrohungen sehe ich nicht. Vielmehr müssen wir unsere gute Position halten und ausbauen, indem wir Themen bearbeiten wie Fachkräftemangel, Digitalisierung, Vernetzung. Ein anderes Beispiel: Wir müssen Marktveränderungen rechtzeitig wahrnehmen und in unsere Entwicklung, in Ideen und Visionen investieren. Hierfür beobachten wir nationale und internationale Trends und arbeiten sehr eng mit unseren Kunden zusammen, um ihre Bedürfnisse rechtzeitig erkennen und langfristig erfüllen zu können.

7. Wer ist Ihr unternehmerisches Vorbild und was haben Sie von ihm gelernt?

Unser Unternehmensgründer Karl Fischer. Seine Maxime: Man muss dem Wettbewerb immer einen Schritt voraus sein. Sicher kein exklusiver Gedanke eines einzelnen Geschäftsmanns, aber Karl Fischer hat diesen Satz mit einer individuellen Note geprägt: So war er nach eigenen Angaben immer ganz unruhig wenn eine neue Entwicklung noch nicht abgeschlossen war. Er beleuchtete sie daher stets von allen Seiten, stellte immer wieder Fragen, bis alles perfekt war... Das machen wir bei E.G.O. bis heute so und versuchen, auch in meinem Bereich, immer einen Schritt weiter zu sein als andere HR-Bereiche.

8. Haben Sie ein Lieblingszitat?

Ich habe kein Zitat, das mich jeden Tag begleitet. Aber ich kann einem Satz von Steve Jobs viel abgewinnen: Der einzige Weg, großartige Arbeit zu leisten, ist zu lieben, was man tut.

9. Was schätzen Sie als Unternehmer am Standort Baden-Württemberg?

Da ich mich als Vater einer 8- und einer 9-jährigen Tochter gerade auch privat damit beschäftige: Ich schätze die Schulausbildung, die bei aller Kritik und nicht nur im Vergleich zu anderen Bundesländern, wirklich gut ist. Auch unsere facettenreiche Hochschullandschaft, die unter anderem stark vom System der Dualen Hochschule geprägt ist – ist äußerst wertvoll. Diese hohe Qualität zu schützen wird zukünftig eine wichtige Aufgabe sein.

10. Bitte vervollständigen Sie! Digitalisierung ist für mich...

...im beruflichen Kontext ein täglich Brot, notwendig für die Zukunft und verbunden mit interessanten Prozessen. Wir haben zum Beispiel neben dem Intranet bereits vor einiger Zeit eine App eingeführt, über die Mitarbeiter aktuelle Unternehmensnachrichten oder auch nur den Speiseplan einsehen können, zudem ist es möglich darüber die Arbeitszeit zu erfassen. Die App steht für Schnelligkeit und Effizienz im Informationslauf – beides wird insbesondere von der jüngeren Generation erwartet. Im HR-Bereich beschäftigen wir uns im Kontext Digitalisierung gerade mit dem spannenden Thema "E-Learning in der weltweiten Gruppe".
Privat ist Digitalisierung für mich maximal ein "notwendiges Übel". Ich halte sie möglichst aus dem Alltag zu Hause heraus: Ich besitze zum Beispiel nur das berufliche Handy, habe somit auch kein Spotify, keinen Facebook-Account, keine Filme-Apps und bevorzuge klassische Bücher (vor allem Kriminal- und Agententhriller) genauso wie die Print-Ausgaben von Zeitungen. Selbst das Fernsehen spielt bei uns keine große Rolle, wir spielen lieber klassische Brettspiele.

Zur Person:

Der 41-jährige Markus Blümle hat zwei große Leidenschaften: das Personalwesen und das Reisen mit seiner Familie. Demnächst geht es mit seiner Frau und den beiden Kindern nach China. Dort dürfen die Mädchen dann auch zwei Tage in einer Panda-Aufzuchtstation mithelfen. Ein Vorhaben, das man auch „Personalarbeit goes private“ nennen könnte. Denn in Punkto Tierpflege gibt es im Hause Blümle Optimierungsbedarf: „Ich hätte lieber einen Wellensittich, muss mich aktuell aber um Zwergkaninchen sorgen. Oder sagen wir es so: Meine Töchtern haben die Haustiere. Meine Frau und ich kümmern uns um sie.“

Südwestmetall
Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e. V.

Löffelstraße 22–24
70597 Stuttgart
Postfach 70 05 01
70574 Stuttgart
Tel. +49 (0)711 7682-0
Fax +49 (0)711 7651675
E-Mail: info(at)suedwestmetall.de

URL: https://www.suedwestmetall.local/SWM/web.nsf/id/li_swebaxphth.html
Datum: 19.9.2019

VOILA_REP_ID=C1257761:004A5185