#ShowMEyourdesk Weihnachts-Special mit Stefan Wolf

Bevor wir uns in die besinnliche Weihnachtzeit verabschieden, haben wir noch ein besonderes Advents-Leckerli: Unser Vorsitzender Dr. Stefan Wolf verrät im letzten showMEyourdesk-Interview, warum er den Weihnachtsbaum erst am 23. Dezember schmückt, er nie nach Australien auswandern könnte und was er uns und der IG Metall zu Weihnachten wünscht.

Wenn früher der Nikolaus zu Ihnen nach Hause kam, dann haben Sie gesagt:

„Ich bin der kleine Stefan!“ und habe mich gefreut, dass der Nikolaus bei mir war...meistens: Als ich mit drei Jahren immer noch den Schnuller nahm – was meine Eltern schrecklich fanden – musste ich ihn beim Nikolaus abgeben. Das habe ich brav und ehrfürchtig gemacht. Aber als der Nikolaus von Dannen zog, war das Gebrüll meinerseits scheinbar so groß, dass mein Vater dem Nikolaus hinterherfahren musste, um den Schnuller zurück zu holen.

Wie lange währte der Glaube an den Nikolaus?

Recht lange, ich glaube bis ich sieben oder acht Jahre alt war. Dem Ganzen auf die Schliche gekommen bin ich als ich sah, dass der Nikolaus dieselben Schuhe trug wie ein guter Bekannter meines Vaters – und damit plötzlich keine kindliche Wundergestalt, sondern sehr, sehr menschlich geworden war.

Wie verbringen Sie Weihnachten?

Immer Zuhause, wenn das Wetter mitmacht am liebsten mit Schnee, einem Feuer im Kamin und einem riesigen Weihnachtsbaum. Dieses Jahr haben wir einen auf der Terrasse und einen im Haus stehen. Den Baum drinnen dekoriere ich traditionell in der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember in den Farben Rot, Grün und Gold.
Meine Tochter ist zwar mittlerweile 20 Jahre alt, besteht aber immer noch darauf, dass sie den Weihnachtsbaum, wie in den Kinderjahren, erst am Heiligen Abend zu Gesicht bekommt. Sie mag das Traditionelle an Weihnachten ebenso wie ich.

Weihnachten in der Sonne ist also...

...nichts für mich. Ich weiß, dass in Australien Weihnachts-Barbecues am Strand stattfinden. Dort wird dann auch ein kleiner Plastiktannenbaum aufgestellt und dekoriert, aber das ist für mich eine sehr seltsame Vorstellung. Da bin ich einfach anders konditioniert.

Erinnern Sie sich an das schlimmste Geschenk, das Sie jemals bekommen haben?

Das ist einfach: Ich war während meiner Schulzeit ein Jahr in den USA und habe mit meiner Gastmutter immer noch ein sehr gutes Verhältnis. Wir schicken uns jedes Jahr Pakete zu Weihnachten. Jedes Mal denke ich mir: DAS kann sie nicht mehr toppen. Da kommen immer dermaßen hässlich-kitschige Pullover hier an – das kann man sich in seinen wildesten Träumen nicht vorstellen. Ich habe einmal einen solchen Pullover auf einen Basar gegeben und auch da wollte ihn keiner haben. Man muss dazu sagen: Ansonsten wurde dort so ziemlich alles verkauft. Aber Geschmäcker sind verschieden. Und der Amerikaner im mittleren Westen mag es eben ordentlich kitschig.

Was war das schönste Geschenk, das Sie je erhalten haben?

Als Kind eine Matchbox-HitCar von Mattel. Das war ein absolutes Highlight. Als Erwachsener ein Buch, das meine Tochter selber gemacht hat als sie ungefähr zehn Jahre alt war. Mit kleinen Geschichten, selbst gemalten Bildern – das war sehr persönlich.

Haben Sie das Buch noch?

Klar!

Haben Sie für dieses Jahr schon alle Weihnachtsgeschenke besorgt?

Ich weiß jetzt schon, was ich schenken will. Aber den Prozess des physischen Besorgens habe ich optimiert und strukturiert – und erledige das alles an einem Tag in der Woche vor Weihnachten. Und ja: Ich kriege immer alles!

Kaufen Sie auch online?

Überwiegend ganz klassisch im Laden. Ich unterstütze gerne den Einzelhandel vor Ort.

Was würde der Gesellschaft fehlen, gäbe es die Weihnachtszeit nicht?

Die Weihnachtszeit lädt vor allem zu Besinnlichkeit ein. Man kann sich in diesen Tagen bewusst machen, wofür man dankbar sein kann und sollte und was die wirklich wesentlichen Dinge im Leben sind. Muss es zum Beispiel wirklich immer das Beste, das Schnellste, das Tollste sein? Oder gibt es auch Dinge, die man langsamer, bedächtiger, zurück genommener machen kann?
Außerdem hat man den Platz sich selbst zu reflektieren und beispielsweise zu überlegen: Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um, sei es in der Familie, am Arbeitsplatz, aber auch mit Fremden.

Was wünschen Sie unseren 515.000 M&E-Beschäftigten zu Weihnachten?

Zuerst wünsche ich ihnen und ihren Familien alles Gute, viel Gesundheit und Zufriedenheit für das Jahr 2019.
Als Beschäftigte unserer Industrie wünsche ich ihnen einen weiterhin guten und sicheren Arbeitsplatz. Aber auch, dass sie zufrieden sind mit dem, was sie erreicht haben. Denn wir bewegen uns in einer Branche, die sich weit vor den anderen positioniert hat. Nicht nur hinsichtlich der Entlohnung und Sozialleistungen, sondern auch in punkto Solidität.

Apropos Branche – was wünschen Sie der IG Metall?

Der IG Metall wünsche ich, dass sie erkennt in welchem Transformationsprozess sich unsere Industrie befindet. Und dass alte, klassenkämpferische Muster auf die Veränderungen, die vor uns stehen, nicht passen. Vielmehr muss der Veränderungsprozess als gemeinsame Aufgabe anerkennt werden. Das bedeutet auch alte Schemata aufzubrechen, statt krampfhaft an ihnen festzuhalten.

Zur Person:

Dr. Stefan Wolf ist seit 2012 Vorsitzender von Südwestmetall. Wie wir im Gespräch erfahren haben, ist der 57-Jährige passionierter Gesellschaftsspiele-Spieler. „Activity“ hat es ihm besonders angetan. Sollten Sie also einmal mit Worten bei ihm nicht weiterkommen, überzeugen Sie ihn doch einfach pantomimisch! Fotos davon nimmt die Redaktion gerne entgegen.

Südwestmetall
Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e. V.

Löffelstraße 22–24
70597 Stuttgart
Postfach 70 05 01
70574 Stuttgart
Tel. +49 (0)711 7682-0
Fax +49 (0)711 7651675
E-Mail: info(at)suedwestmetall.de

URL: https://www.suedwestmetall.local/SWM/web.nsf/id/li_swebb7cg9g.html
Datum: 19.9.2019

VOILA_REP_ID=C1257761:004A5185