Dr. Dulger: „Landesregierung hat den Konsens beim Thema Weiterbildung aufgekündigt“

Erstellt am: 12/10/2015

STUTTGART – Der „Weiterbildungspakt Baden-Württemberg“ ist aus Sicht der Arbeitgeber Baden-Württemberg ein Bündnis ohne konkreten Nutzen und Wert.

„Dieser sogenannte ‚Pakt‘ findet ohne die Beteiligung der unternehmerischen Wirtschaft im Land statt, die mit Abstand der größte Träger von beruflicher Weiterbildung ist – und im Übrigen auch ohne die kommunalen Arbeitgeber“, sagte Landesarbeitgeberpräsident Dr. Rainer Dulger am Donnerstag in Stuttgart anlässlich der Unterzeichnung des Pakts: „Unter diesen Voraussetzungen ist es undenkbar, dass der ‚Pakt‘ Impulse für eine Weiterbildung und Qualifizierung geben wird, die angesichts der sich immer schneller verändernden Anforderungen in unserer Arbeitswelt sinnvoll wäre.“

Dulger kritisierte das Vorgehen der Landesregierung. Diese habe einseitig Fakten geschaffen mit dem gesetzlichen Anspruch auf persönliche Weiterbildung (Bildungsurlaub), obwohl dieser von der gesamten Wirtschaft im Land einhellig abgelehnt wurde: „Dabei hätte es mit dem bestehenden ‚Bündnis für Lebenslanges Lernen‘ eine funktionierende Plattform gegeben, um unter Beteiligung aller relevanten Akteure gemeinsam sinnvolle Bausteine in der Weiterbildung zu entwickeln. Leider hat die Landesregierung diesen Konsens aufgekündigt.“ Nun versuche sie erneut ohne Beteiligung der Hauptakteure, dieses überflüssige Gesetz über den Weiterbildungspakt mit Leben zu füllen. „Mit dieser Symbolpolitik der 70er Jahre löst man jedoch kein einziges Problem auf dem Arbeitsmarkt. Mit dem Bildungsurlaub ist keinem Arbeitslosen, keinem benachteiligten Jugendlichen und auch nicht den An- und Ungelernten in den Betrieben geholfen“, sagte Dulger.

Unverständlich ist für die Arbeitgeber Baden-Württemberg zudem, dass mit dem Weiterbildungspakt auch Kernziele für das ‚Bündnis für Lebenslanges Lernen‘ definiert werden, an dem die Arbeitgeber und andere Wirtschaftsorganisationen beteiligt seien. Formal würden zwar nur die am Weiterbildungspakt beteiligten Organisationen ihre Ziele festlegen. „Aber viele dieser Ziele sind ohne Beteiligung der Unternehmen und der Wirtschaftsorganisationen gar nicht zu erreichen“, sagte Dulger: „Wir werden uns aber keineswegs zu Zielen verpflichten lassen, auf die wir keinen Einfluss haben. Wir wissen also gerade nicht, ob wir uns auch aus dem ‚Bündnis für Lebenslanges Lernen‘ verabschiedet fühlen müssen.“

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Datum: 27.6.2019

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