Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V.

Arbeitgeber warnen vor falscher arbeitsmarktpolitischer Weichenstellung in nächster Legislaturperiode

Dick: „Enttäuschend, dass sich neben SPD nun auch CDU und CSU befristete Teilzeit auf ihre Fahnen geschrieben haben“

Erstellt am: 08/01/2017

STUTTGART – Trotz eines saisonal bedingten leichten Anstiegs der Arbeitslosigkeit im Juli präsentiert sich der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg weiterhin in einer starken Verfassung und gegenüber dem Vorjahr verbessert.

Arbeitsmarktzahlen;Arbeitsmarkt;

Der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg im Juli auf einen Blick.

vergroessern

„Die Unternehmen sind mit dem Beschäftigungsaufbau in Vorleistung gegangen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg, Peer-Michael Dick, am Dienstag in Stuttgart: „Die Politik muss aufpassen, dass sie diesen Vertrauensvorschuss jetzt nicht mit unpraktikablen arbeitsmarktpolitischen Vorhaben wieder verspielt.“

So sähen sowohl SPD als auch CDU/CSU in ihren jeweiligen Regierungsprogrammen für die Bundestagwahl die Einführung eines Rückkehrrechts von Teilzeit auf Vollzeit vor, kritisierte der Arbeitgebervertreter: „In der zu Ende gehenden Legislaturperiode war diese falsche arbeitsmarktpolitische Weichenstellung noch von der Union verhindert worden. Dass sich nun beide Volksparteien im Wahlkampf die befristete Teilzeit auf ihre Fahnen schreiben, ist mehr als enttäuschend.“ Denn die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zeigten wieder deutlich, dass es in etlichen Branchen bereits Fachkräfte-Engpässe gebe. „In diesem Umfeld ist es für Unternehmen oft nicht mehr möglich, temporäre Ersatzkräfte für Mitarbeiter in befristeter Teilzeit zu finden“, sagte Dick. Die Unternehmen müssten die Arbeit dann entweder auf die verbliebene Belegschaft verteilen oder ihre Kapazitäten reduzieren und Aufträge ablehnen: „Das kann niemand wollen.“

Schon heute gebe es im Übrigen gesetzliche Ansprüche auf befristete Teilzeit im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz, im Pflegezeitgesetz und im Familienpflegezeitgesetz, erläuterte der Arbeitgebervertreter: „Dabei handelt es sich um Fälle der Kinderbetreuung und der Pflege naher Angehöriger – also die wichtigsten persönlichen Gründe für eine zeitweise Reduzierung der Arbeitszeit.“ Es sei unverständlich, warum die Politik nun mit einem generellen Anspruch auf befristete Teilzeit noch draufsatteln wolle.

Die Politik solle besser Sorge dafür tragen, dass ausreichend Ganztagesplätze in Kindergärten und Schulen zur Verfügung stünden, sagte Dick: „Denn wenn Beschäftigte heute nicht in Vollzeit zurückkehren können, liegt dies in der Regel nicht an betrieblichen Gründen, sondern an fehlenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten.“ Die Arbeitgeber stünden den Wünschen ihrer Beschäftigten nur selten im Wege, wenn diese ihre Arbeitszeit wieder verlängern möchten. „Wir wollen auch weiterhin auf partnerschaftliche Lösungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern setzen“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeber-Dachverbands im Südwesten: „Ein starrer Rechtsanspruch wäre hingegen ein unkalkulierbares Kostenrisiko und in den Betrieben personalpolitisch kaum umsetzbar.“

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Datum: 22.10.2017

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