Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V.

Arbeitgeber: Mit stetig fallender Arbeitslosigkeit rückt Problem der Fachkräftesicherung in den Vordergrund

Dick: „Für Unternehmen wird es zunehmend schwieriger, die nötigen Leute zu finden, um Aufträge abzuarbeiten“

Erstellt am: 05/31/2017

STUTTGART - Die Arbeitslosigkeit ist im Mai in Baden-Württemberg wie erwartet weiter gesunken. Doch mit den stetig fallenden Arbeitslosenzahlen rückt ein anderes Problem in den Vordergrund: der wachsende Fachkräfte-Engpass.

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Der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg im Mai auf einen Blick.

vergroessern

"Für die Unternehmen wird es zunehmend schwieriger, die nötigen Leute zu finden, um Aufträge abzuarbeiten“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg, Peer-Michael Dick, am Mittwoch in Stuttgart. „Die Unternehmen im Südwesten schreiben inzwischen über 70 Prozent aller Stellen in sogenannten Engpassberufen aus, bei denen es mehr offene Stellen als Bewerber gibt“, sagt Dick unter Verweis auf Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Eine Lösungsmöglichkeit sieht der Spitzenverband der Arbeitgeberverbände in Weiterqualifizierungen von an- und ungelernten Mitarbeitern zu Facharbeitern. Zudem gelte es, Flüchtlinge möglichst rasch für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren und ausbildungsreif zu machen, sagte Dick. „Abschiebungen trotz Ausbildungsvertrag oder während eines Praktikums schrecken Betriebe allerdings davor ab, Asylbewerber oder Geduldete auszubilden“, sagte er.

Der Arbeitgeber-Vertreter mahnte zudem mehr Ganztagsangebote in Kindergärten und Schulen an, damit Eltern schneller wieder in Vollzeitjobs zurückkehren könnten. „Der im bundesweiten Vergleich sehr niedrige Anteil von Kindern und Jugendlichen in Ganztagseinrichtungen ist ein echter Schwachpunkt des Standorts Baden-Württemberg“, sagte Dick. Das Land müsse die Kommunen im weiteren Ausbau von Ganztagsplätzen mit zusätzlichen Finanzmitteln unterstützen.

Gleichzeitig müssten die Schulen so ausgestattet werden, dass möglichst alle Jugendliche zu einem qualifizierten Abschluss gebracht werden können. „Wir können es uns nicht erlauben, jemanden links liegen zu lassen“, betonte Dick.

So engagieren sich die Arbeitgeber auch über das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft bei dem Projekt „Unternehmer-Netzwerk Inklusion“. In dem Projekt geht es darum, Unternehmen für die Beschäftigung und Ausbildung von Menschen mit einer Schwerbehinderung zu sensibilisieren. „Immer mehr Unternehmen erkennen, dass es auch hier ein Reservoir zur Deckung des Fachkräftebedarfs gibt“, sagte Dick.

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Datum: 28.6.2017

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