Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V.

Arbeitgeber Baden-Württemberg: Informatik muss an allen weiterführenden Schulen verbindlich eingeführt werden

Dick: Gute Berufs- und Studienorientierung verhindert Rückschläge in der persönlichen Bildungsbiografie

Erstellt am: 06/02/2017

STUTTGART – Angesichts der Ergebnisse einer neuen Studie zu Studienabbrüchen sehen sich die Arbeitgeber Baden-Württemberg in ihrer Forderung bestärkt, die Vermittlung von Kompetenzen in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) in den Schulen zu stärken.

„Schon heute bieten gute Vorkenntnisse in diesen Fächern bessere Voraussetzungen, ein Studium erfolgreich zu bewältigen“, sagte Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer des Dachverbands der Arbeitgeberverbände im Land: „Im Zuge der Digitalisierung der Wirtschaft wird dies noch einmal an Bedeutung gewinnen.“

Bundesweit seien die Abbrüche in Studienfächern wie Informatik oder Elektrotechnik besonders hoch. Erfreulich sei zwar, dass die Abbrecherquoten in Baden-Württemberg insgesamt deutlich niedriger lägen als im Bundesschnitt (18 zu 29 Prozent bei Bachelor-Studierenden). Dennoch zeige sich auch im Land: Insbesondere die Studierenden, die ihre Hochschulzugangsberechtigung nicht über das allgemeinbildende Gymnasium erlangt haben, tun sich mit fachlichem Niveau und Arbeitspensum im Studium schwer. „Die Landesregierung muss dies auch als klaren Auftrag sehen, Informatik nicht nur wie bisher vorgesehen an den Gymnasien, sondern an allen weiterführenden Schulen verpflichtend einzuführen. Dabei geht es nicht nur um Medienkompetenz, sondern auch um tieferes technisches Verständnis“, sagte Dick.

Die Studie belege auch eindrucksvoll, wie wichtig und richtig es war, Berufs- und Studienorientierung in den Schulen in Baden-Württemberg verpflichtend im Unterricht zu verankern. „Je mehr Überblick sich junge Menschen über die Möglichkeiten in der dualen und in der akademischen Ausbildung verschaffen können, desto besser gelingt es, Rückschläge in der persönlichen Bildungsbiografie und die Fehlallokation von Ressourcen im Bildungssystem zu vermeiden“, sagte Dick: „Auch Gymnasien müssen ihren Schülern ein realistisches Bild von dualen und akademischen Ausbildungs- und Berufswegen aufzeigen.“ Weiter müssten schulische Lehrinhalte noch besser auf die fachlichen Anforderungen im Studium oder in der dualen Ausbildung abgestimmt werden.

Natürlich seien auch bei bester Studienorientierung und fachlicher Vorbildung Studienabbrüche niemals völlig zu vermeiden, so Dick: „Umso wichtiger ist es, dass anschließend der Übergang z.B. in eine duale Ausbildung möglichst reibungslos verläuft.“ Hilfreich sei dabei, wenn Wissen und Kompetenzen, die im Studium bereits erworben wurden, auf fachlich verwandte Berufsausbildungen noch systematischer und verbindlicher angerechnet werden könnten: „Das würde helfen, inhaltliche Redundanzen und Zeitverluste bei den Studienabbrechern zu vermeiden.“

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Datum: 22.10.2017

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