Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V.

Südwestmetall-Förderpreise 2014 für Nachwuchswissenschaftler verliehen

Dr. Marquardt: „Hochschulen benötigen eine zuverlässigere Grundfinanzierung“

Erstellt am: 04/09/2014

STUTTGART – Der Arbeitgeberverband Südwestmetall hat zum 23. Mal junge Nachwuchswissenschaftler der baden-württembergischen Landesuniversitäten für herausragende Leistungen ausgezeichnet. Prämiert wurden neun Arbeiten, die für die industrielle Arbeitswelt oder für deren sozialpolitische Rahmenbedingungen von Bedeutung sind.

„Die Preise sind ein deutliches Bekenntnis der Metallarbeitgeber in Baden-Württemberg zur Nachwuchs- und Begabtenförderung“, sagte Dr. Harald Marquardt, stellvertretender Vorsitzender von Südwestmetall, am Mittwoch  bei der Preisverleihung in Stuttgart.

Marquardt verwies darauf, dass der Bedarf der Industrie an qualifizierten Hochschulabsolventen ungebrochen hoch sei: „Deshalb treibt uns die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen besonders um.“ In Anwesenheit von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer kritisierte er konkret die zunehmende Finanzierung der Hochschulen durch befristete Sonderprogramme: „Immer mehr Mittel fließen den Hochschulen nur temporär durch Programmtitel, Sonderprogramme oder andere Drittmittel zu – und dies, obwohl die Studierendenzahlen insgesamt absehbar nicht abnehmen werden.“

Diese Entwicklung sei gefährlich und erschwere den Hochschulen zunehmend Finanzplanung und Investitionen. Darüber hinaus benötigten die Hochschulen dringend einen Inflationsausgleich bei den Sach- und Investitionsausgaben: „Dass dieser seit 16 Jahren nicht mehr vorgenommen wurde, schwächt unsere Hochschulen im internationalen Vergleich erheblich.“ Auch eine Beteiligung des Bundes an den gesamten Ausgaben der Hochschulen im Rahmen eines Staatsvertrages sei notwendig, sagte Marquardt. Eine pauschale Abschaffung des sogenannten Kooperationsverbots sei jedoch nicht die beste Wahl: „Bei einer grundgesetzlich garantierten Ko-Finanzierung wird der Bund Gestaltungsansprüche anmelden. Den Forderungen nach mehr Hochschulautonomie und nach föderalen Wettbewerb wäre das nicht dienlich – und damit auch nicht den Interessen Baden-Württembergs.“

Die Wirtschaft investiere erheblich in die Hochschulen und den wissenschaftlichen Nachwuchs, sagte der stellvertretende Südwestmetall-Vorsitzende. Bundesweit seien allein von 2009 bis 2012 die Investitionen der Wirtschaft in akademische Bildung um 328 Mio. Euro auf 2,51 Mrd. Euro gestiegen. Im selben Zeitraum kletterte die Zahl der Deutschlandstipendien von 6.100 auf mehr als 10.000. „Die Wirtschaft übernimmt hier Verantwortung. Deshalb erwarten wir auch von der Politik, dass sie die Grundfinanzierung der Hochschulen sicherstellt“, sagte Marquardt.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer bekräftigte, dass sie die Forderung nach einer verbesserten Grundfinanzierung der Hochschulen teile: „Die Schere zwischen der Grundausstattung und den Studierenden läuft seit Jahren auseinander. Die größte Herausforderung, die wir im neuen Pakt zu bewältigen haben, ist es, diese Scherenentwicklung umzukehren und die Grundfinanzierung der Hochschulen zu verbessern. Ein Prozent plus Inflationsausgleich pro Jahr und wie vom Wissenschaftsrat empfohlen ist eine ambitionierte, aber angemessene Forderung.“

Die mit jeweils 5000 Euro dotierten Südwestmetall-Förderpreise wurden an je einen Nachwuchswissenschaftler verliehen, die von den neun Universitäten im Land vorgeschlagen worden waren. Die Metallarbeitgeber prämieren damit herausragende Arbeiten zu Entwicklungen in der industriellen Arbeitswelt und zu deren sozialpolitischen Rahmenbedingungen.
 

Die Preisträger und die Themen ihrer Dissertationen und Masterarbeiten:

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Fralett Suárez Sandoval M. Sc.
Implementation of DC-DC converters using wire-bonded microtransformers and mircroinductors

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Dr. Albrecht Franz
Kooperation statt Klassenkampf?
Die Arbeitszeitverkürzung im Zeichen konsensualer Ideale der Unternehmensorganisation. Kaiserreich und Bundesrepublik im Vergleich

Universität Hohenheim
Dr. Stefanie Schröpfer
Die Intensität der Leiharbeitsnutzung in Deutschland. Eine empirische Analyse von betrieblichen Determinanten

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Dr.-Ing. Stefan Beer
Methoden und Techniken zur Integration von 122 GHz Antennen in miniaturisierte Radarsensoren

Universität Konstanz
Dr. Dominik Sachs
Optimal Social Insurance and Redistribution: Incentives for Educational Investment, Work and Savings

Universität Mannheim
Dr. Cornelia Hattula
Produktgeneration und -vorankündigungen: Erfolgskomponente Zeitmanagement

Universität Stuttgart
Dr.- Ing. Sebastian Seewaldt
Entwicklung einer Funktionsstruktur für die zylinderdruckbasierte Regelung der teilhomogenen Dieselverbrennung

Eberhard Karls Universität Tübingen
Dr. Enkelejda Kasneci
Towards the Automated Recognition of Assistance Need for Drivers with Impaired Visual Field

Universität Ulm
Dr. Simon Kurasch
Atom-by-atom observations on defect formation and dynamics in 2D materials studied by HRT EM

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Datum: 22.10.2017

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