Stephan Wilcken: "Rückkehrrecht in Vollzeit überfordert Unternehmen und übrige Arbeitnehmer"

Metallarbeitgeber fordern Arbeitsministerin Nahles auf, Pläne für befristete Teilzeit nicht mehr weiterzuverfolgen

Erstellt am: 05/15/2017

FREIBURG – Die Metallarbeitgeber in der Region Breisgau haben Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles aufgefordert, ihre Pläne für eine befristete Teilzeit mit Rückkehrrecht in Vollzeit nicht mehr weiterzuverfolgen. „Auf den ersten Blick mag das Vorhaben vielleicht verlockend klingen. Aber in der Praxis würde ein solches Gesetz mehr schaden als nützen“, sagte Stephan Wilcken, Geschäftsführer der Südwestmetall-Bezirksgruppe Freiburg. „Ein solcher befristeter Teilzeitanspruch würde die Unternehmen und die übrigen Arbeitnehmer schlichtweg überfordern.“

Wenn  ein Mitarbeiter heute in Teilzeit gehe, könne der Arbeitgeber eine weitere Teilzeitstelle unbefristet besetzen. „Künftig könnten die Ersatzkräfte aber nur noch befristet eingestellt werden bis der Stammbeschäftigte wieder in Vollzeit zurückkehrt. Solche Jobs wären aber das Gegenteil von dem, was die Politik doch erklärtermaßen haben will“, erklärte der Arbeitgebervertreter: „Zudem lassen sich qualifizierte Ersatzkräfte in Branchen wie der Metall- und Elektroindustrie schon heute kaum als Teilzeitbeschäftigte finden, geschweige denn mit Befristung.“

Die Folge wäre, dass viele Unternehmen die Arbeit entweder auf die verbliebene Belegschaft verteilen oder ihre Kapazitäten reduzieren und Aufträge ablehnen müssten, sagte der Bezirksgruppen Geschäftsführer. „Das kann im Ernst niemand wollen“, betonte er. „Ministerin Nahles ist mit ihren realitätsfernen Plänen aus gutem Grund bislang bei ihrem Koalitionspartner gegen die Wand gelaufen. Sie sollte ihr Vorhaben jetzt endlich aufgeben.“

Wenn Beschäftigte nicht in Vollzeit zurückkehren können, liege dies meist nicht an betrieblichen, sondern an privaten Gründen, etwa einer fehlenden Kinderbetreuung. Die Arbeitgeber hingegen stünden den Wünschen ihrer Beschäftigten nur selten im Wege, wenn diese ihre Arbeitszeit wieder verlängern möchten, so Stephan Wilcken: „In der Metall- und Elektroindustrie scheitert die Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit in unter zwei Prozent der Betriebe. Und dort, wo sie aus betrieblichen Gründen misslingt, sind das Gründe, die kein Gesetz abschaffen kann.“ Die Politik sollte daher besser auf die Betriebsparteien vertrauen, anstatt sie zu bevormunden. „Wir wollen weiterhin auf partnerschaftliche Lösungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern setzen“, betonte Wilcken. Dies funktioniere in der Praxis bereits heute, soweit betrieblich möglich, würde bereits heute auf die Arbeitszeitwünsche der Beschäftigten eingegangen, entweder bei der Verkürzung oder der Verlängerung der Arbeitszeit. Es brauche keine Hilfestellung durch den Gesetzgeber, so Wilcken.

Info: Der Arbeitgeberverband Südwestmetall ist einer der größten industriellen Arbeitgeber­verbände Deutschlands. Er vertritt in Baden-Württemberg die arbeitsrechtlichen, tarif-, sozial- und bildungspolitischen Interessen von rund 1.000 Mitgliedsbetrieben der Metall- und Elektroindustrie mit fast 500.000 Beschäftigten. Die Südwestmetall Bezirksgruppe Freiburg als eine von insgesamt 13 regionalen Vertretungen betreut über 70 Mitgliedsbetriebe mit mehr als 23.000 Beschäftigten.

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Stephan Wilcken
Geschäftsführer
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Bezirksgruppe Freiburg
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Fax:      0761 38669-50
Mobil:   0172 7643913
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Datum: 23.10.2018

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