Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V.
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Tarifabschluss 2016

Die Tarifvertragsparteien der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie einigten sich am 13. Mai 2016 auf die Übernahme des Pilotabschlusses von Nordrhein-Westfalen (NRW). Der Tarifabschluss sieht zwei Nullmonate, einen Pauschalbetrag von 150 Euro für Vollzeitbeschäftigte und eine zweistufige Erhöhung der Entgelte um 2,8 Prozent sowie weitere 2,0 Prozent vor.

Forderungen/Positionen

Am 28. Januar 2016 beschloss die IG Metall Baden-Württemberg eine Forderungsempfehlung von

  • 5,0 Prozent mehr Entgelt mit einer Laufzeit von 12 Monaten für die Tarifrunde 2016.

Südwestmetall wies die Forderung als jenseits der Realität zurück, da diese Zahl weder zu den aktuellen Konjunkturrisiken noch zu den strukturellen Kostenproblemen in der Metall- und Elektroindustrie passen würde.

In der zweiten Verhandlung am 14. April 2016 legte Südwestmetall ein Angebot vor und forderte, dass sich die IG Metall von überzogenen Forderungen verabschieden müsse.

Die Arbeitgeber boten für eine Laufzeit von 12 Monaten, ebenso wie bereits die Arbeitgeber in NRW,

  • die Anhebung der Entgelttabellen um 0,9 Prozent sowie
  • eine Einmalzahlung in einem Volumen von 0,3 Prozent, die nicht dauerhaft in die Tabellen einfließen soll.

Südwestmetall appellierte an die IG Metall, dass vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein Abschluss gefunden werden müsse, der den Flächentarifvertrag nicht weiter beschädige.

Die IG Metall brach die Verhandlungen ab und warnte die Arbeitgeber davor, dass die Beschäftigten das Angebot als Provokation auffassten. Dies werde sich auch in der Streikbereitschaft widerspiegeln.

In der dritten Verhandlung am 28. April 2016 unterbreitete Südwestmetall einen alternativen Lösungsvorschlag auf der Basis des ursprünglichen Angebots. Danach sollen die Tabellenentgelte für die Beschäftigten

  • in zwei Stufen für 24 Monate um insgesamt 2,1 Prozent erhöht werden.
  • Außerdem wurde eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent für zwölf Monate als differenzierende Wettbewerbskomponente angeboten.

Die Arbeitgeber betonten, wenn sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetze, werde dies die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen M+E-Industrie weiter beschädigen.

Bereits im Vorfeld der ersten Tarifverhandlung hatte die IG Metall zu Demonstrationen aufgerufen, die alle Verhandlungen massiv begleiteten. Im weiteren Verlauf der Tarifrunde folgten nach Ende der Friedenspflicht erhebliche Warnstreiks in den Betrieben.

Übernahme des Pilotabschlusses von NRW in Baden-Württemberg

Das Verhandlungsergebnis beinhaltete insbesondere folgende Regelungen:

Entgelte und Ausbildungsvergütungen

  • Laufzeit: 21 Monate, vom 1. April 2016 bis 31. Dezember 2017
  • April und Mai 2016 sind Nullmonate
  • Pauschalbetrag von 150 Euro für jeden Vollzeitbeschäftigten, Auszubildende erhalten 65 Euro, auszubezahlen mit der Juni-Abrechnung
  • ab 1. Juli 2016 Erhöhung der Entgelttabellen um 2,8 Prozent
  • ab 1. April 2017 Erhöhung der Entgelttabellen um weitere 2,0 Prozent .

Die Kostenbelastung des Tarifabschlusses beträgt in Baden-Württemberg 2,14 Prozent im Kalenderjahr 2016 und 2,68 Prozent im Kalenderjahr 2017.

Differenzierung

Wie in NRW vereinbarten die baden-württembergischen Tarifvertragsparteien eine Wettbewerbskomponente, die es den Mitgliedsunternehmen von Südwestmetall in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation ermöglicht, auf Antrag durch Südwestmetall bei der IG Metall mit deren Zustimmung

  • den Pauschalbetrag für die Beschäftigten bis auf Null zu reduzieren oder nach hinten zu verschieben, und/oder 
  • die zweite Stufe der Tabellenerhöhung um bis zu 3 Monate nach hinten zu verschieben.

Die Entscheidung über einen Antrag auf Differenzierung hat die IG Metall innerhalb eines Monats zu treffen. Eine Antragstellung hemmt die Pflicht zur Auszahlung nach dem tariflich geregelten Auszahlungszeitpunkt.

Die Tarifvertragsparteien werden die Nutzung der Differenzierungsmöglichkeiten durch die Betriebe evaluieren, um ihre Eignung für eine nachhaltige Verankerung in zukünftigen Tarifverträgen zu prüfen.

Veränderte Fristen bei Auslaufen des Tarifvertrags

Der vereinbarten Laufzeit von 21 Monaten hat die IG Metall nur unter der Bedingung zugestimmt, dass die Friedenspflicht von vier Wochen nach Auslaufen des Tarifvertrags gestrichen wird. Die Friedenspflicht endet deshalb bei einer Kündigung bereits am 31. Dezember 2017.

Südwestmetall
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URL: https://www.suedwestmetall.de/swm/web.nsf/id/pa_swm_tarifabschluss_2016.html
Datum: 22.10.2017

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