Sie sind hier:

Tarifvertrag Leih-/Zeitarbeit (TV LeiZ)

In der Tarifrunde 2012 haben die Tarifvertragsparteien erstmals Regelungen zur Arbeitnehmerüberlassung getroffen. Hintergrund war ein klarer Handlungsauftrag der Politik an die Sozialpartner, die seinerzeit breit geführte öffentliche Diskussion um den Einsatz von Zeitarbeit durch tarifliche Regelungen zu befrieden. Der neue TV LeiZ vom 31. Mai 2017 bietet Flexibilität für tarifgebundene Betriebe.

Der erste Tarifvertrag Leih-/Zeitarbeit (TV LeiZ) ist 2012 in Kraft getreten. Er unterschied zwischen Betrieben, in denen betriebliche Regelungen zur Zeitarbeit bestehen (sog. Optionsmodell) und solchen, in denen keine Regelungen existieren (sog. Basismodell). Im Optionsmodell konnten alle Modalitäten des betrieblichen Einsatzes von Zeitarbeit betrieblich geregelt werden, z.B. Quoten, Einsatzbereiche oder eine maximale Überlassungsdauer. Im Basismodell bestand die tarifliche Besonderheit darin, dass der Entleiher dem Zeitarbeitnehmer im Grundsatz nach spätestens 24 Monaten Überlassungsdauer einen unbefristeten Arbeitsvertrag anzubieten hat.

Anpassung des TV LeiZ an geändertes Gesetz

Der Gesetzgeber hat zum 1. April 2017 ein neues Arbeitnehmerüberlassungsgesetz in Kraft gesetzt. Anders als die frühere gesetzliche Regelung beschränkt der Gesetzgeber den Einsatz eines Zeitarbeitnehmers im Betrieb nun auf grundsätzlich maximal 18 Monate. Dieser maximale Überlassungszeitraum kann aber durch einen Tarifvertrag oder einer durch einen Tarifvertrag ermöglichten Betriebsvereinbarung abweichend geregelt werden.

Hierauf haben die Tarifvertragsparteien in der Metall- und Elektroindustrie reagiert und den TV LeiZ auf die neue Gesetzeslage angepasst.

Die Grundkonstruktion des TV LeiZ mit einer Unterscheidung danach, ob eine Betriebsvereinbarung zur Zeitarbeit besteht oder nicht, ist dabei unverändert geblieben. Neu sind hingegen die Regelungen zur Überlassungshöchstdauer, denn der neue TV LeiZ macht von der Möglichkeit Gebrauch, eine vom Gesetz abweichende Überlassungshöchstdauer regeln zu können.

TV LeiZ bietet Flexibilität für tarifgebundene Betriebe

Dabei gilt für Betriebe ohne Betriebsvereinbarung weiter die Verpflichtung, Zeitarbeitnehmern grundsätzlich nach 24 Monaten die Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis anzubieten. Verändert wurden jedoch die Spielregeln für Betriebe mit Betriebsvereinbarung. Den Betriebsparteien wird durch den neuen TV LeiZ die Möglichkeit eingeräumt, in einer Betriebsvereinbarung eine Überlassungshöchstdauer von bis zu 48 Monaten zu regeln, in bestimmten Ausnahmefällen sogar darüber hinaus. Damit ermöglicht der Tarifvertrag für tarifgebundene Betriebe eine deutlich höhere Flexibilität für den Einsatz von Zeitarbeit als für nicht tarifgebundene Unternehmen, bei denen die gesetzliche Überlassungshöchstdauer von 18 Monaten greift.

Branchenzuschläge mit weiterer Stufe

Ein weiteres Kernelement der tariflichen Regelungen zur Zeitarbeit in Form der sog. Branchenzuschläge haben die Tarifvertragsparteien der Zeitarbeitsbranche ebenfalls an die neue Gesetzeslage angepasst. Neu ist hier eine weitere Zuschlagsstufe, die nach 15 Monaten Einsatzdauer greift und bewirkt, dass die Zeitarbeitskräfte ein Entgelt erhalten, das als gleichwertig mit dem Entgelt in der M+E-Industrie gilt.

Südwestmetall
Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e. V.

Löffelstraße 22–24
70597 Stuttgart
Postfach 70 05 01
70574 Stuttgart
Tel. +49 (0)711 7682-0
Fax +49 (0)711 7651675
E-Mail: info(at)suedwestmetall.de

URL: https://www.suedwestmetall.local/SWM/web.nsf/id/pa_tv_leih_zeitarbeit.html
Datum: 19.3.2019

VOILA_REP_ID=C1257761:004A5185