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Tarifabschluss 2009

Die Tarifverhandlung für das Jahr 2009 ist am 11./12. November 2008 abgeschlossen worden. Erzielt wurde ein zweistufiger Tarifabschluss mit einer Gesamtlaufzeit von 18 Monaten.

Nach dem Abschluss: IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann (links) und der Südwestmetall-Vorsitzende Dr. Jan Stefan Roell

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1. Forderungen/Positionen

Mit Schreiben vom 23. September 2008 forderte die IG Metall „eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 8 Prozent ab dem 1. November 2008 bei einer Laufzeit von 12 Monaten“.

Die Arbeitgeber bewerteten die Forderung der IG Metall als wirklichkeitsfremd und nicht nachvollziehbar. Sämtliche Indikatoren der Wirtschaft, insbesondere und gerade auch der M+E-Industrie, zeigten eine Abschwächung der wirtschaftlichen Lage zum Ende des Jahres 2008 und insbesondere für 2009. So hatten die führenden Wirtschaftsinstitute die Prognosen für 2008 revidiert und rechneten nur noch mit Zuwächsen von unter 2 Prozent und 2009 mit einem mageren Plus von 0,2 bis 1 Prozent.

In Anbetracht der besonderen Situation in der gesamten Industrie, insbesondere aber in den M+E-Betrieben, schlug Südwestmetall in der zweiten Tarifverhandlung am 22. Oktober 2008 einen Metallgipfel vor. Auf Bundesebene sollte gemeinsam nach einer Lösung für die Tarifrunde gesucht und während der Verhandlungen nicht gestreikt werden. Allerdings lehnte die IG Metall in Baden-Württemberg diesen innovativen Vorschlag sofort ab.

In der dritten Verhandlung am 30. Oktober 2008 legte Südwestmetall der IG Metall einen Lösungsvorschlag vor. Demnach sollten die Einkommen der Beschäftigten für eine Laufzeit von 14 Monaten insgesamt um 2,9 Prozent erhöht werden. Davon sollten 2,1 Prozent als dauerhafte tabellenwirksame Erhöhung ausbezahlt werden, die weiteren 0,8 Prozent als Einmalzahlung für die Monate November und Dezember 2008. Im Einvernehmen mit dem Betriebsrat sollte von einer Auszahlung bis zur Hälfte dieser Einmalzahlung abgesehen werden können.

Die IG Metall lehnte den Lösungsvorschlag jedoch als unangemessen ab und kündigte Warnstreiks an, wobei erste Arbeitsniederlegungen in den Betrieben bereits stattfanden.


2. Inhalte des Tarifabschlusses

Bei der 4. Tarifverhandlung für die M+E-Industrie in Baden-Württemberg wurde am 12. November 2008 nach mehr als 23-stündiger Verhandlung ein Verhandlungsergebnis erzielt.

Dieses Verhandlungsergebnis hatte im Wesentlichen folgenden Inhalt:

  • Einen zweistufigen Tarifabschluss mit einer Gesamtlaufzeit von 18 Monaten,
  • eine pauschale Einmalzahlung von insgesamt 510 Euro für die Monate November und Dezember 2008 sowie Januar 2009,
  • eine Erhöhung der Tabellenentgelte
    • in der ersten Stufe ab 1. Februar 2009 um 2,1 Prozent und
    • in der zweiten Stufe ab 1. Mai 2009 um weitere 2,1 Prozent; der Eintritt dieser Tariferhöhung kann durch freiwillige Betriebsvereinbarung um bis zu sieben Monate bis 1. Dezember 2009 verschoben werden, sowie
  • eine Einmalzahlung von 122 Euro im September 2009, die aus betriebswirtschaftlichen Gründen gekürzt werden oder entfallen kann.
  • Für die Monate Januar bis April 2010 ein einmaliges Volumen von 1,6 Prozent, das für diesen Zeitraum allein zur Finanzierung des Tarifvertrages zum flexiblen Übergang in die Rente verwendet und daher nicht ausgezahlt wird.

Danach ergab sich für die baden-württembergische Metall- und Elektroindustrie eine tarifliche Kostenbelastung für das Jahr 2008 von 3,16 Prozent und für das Jahr 2009 von 2,85 Prozent. Durch Nutzung der betrieblichen Differenzierungsmöglichkeiten konnte die Kostenbelastung für 2009 auf bis zu 1,24 Prozent gesenkt werden. Der Abschluss wurde dadurch den unterschiedlichen betrieblichen Interessenlagen gerade auch in Anbetracht der unsicheren konjunkturellen Aussichten gerecht.

Südwestmetall
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URL: https://www.suedwestmetall.local/SWM/web.nsf/id/pa_de_tarifrunde_2009.html
Datum: 21.1.2019

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