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Tarifabschluss 2013

Südwestmetall und IG Metall Baden-Württemberg haben sich am 16. Mai 2013 auf die Übernahme des bayerischen Tarifergebnisses vom 15. Mai 2013 für die baden-württembergische Metall- und Elektroindustrie geeinigt. Die Vereinbarung regelt die Entgelte und Ausbildungsvergütungen (+ 3,4 % ab 1. Juli 2013 sowie weitere + 2,2 % ab 1. Mai 2014) bis zum 31. Dezember 2014.

Forderungen /Positionen

Mit der Kündigung des Tarifvertrages über Entgelte und Ausbildungsvergütungen zum 30. April 2013 übermittelte die IG Metall ihre Forderung für die Tarifrunde 2013:
 
  • Die Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütung um 5,5 % mit einer Laufzeit von 12 Monaten. 
 
Diese überzogene Forderung berücksichtigte jedoch nicht die wirtschaftliche Lage in der Metall- und Elektroindustrie: Der zwar im Wesentlichen noch nicht besorgniserregende Produktionsrückgang im letzten Quartal 2012 und im ersten Quartal 2013, führte in Verbindung mit dem erfolgten Aufbau zusätzlicher Arbeitsplätze aber zu einer schlechteren Auslastung in den Betrieben. Eine weitere starke Kostenbelastung durch einen überhöhten Tarifabschluss hätte deshalb unter anderem auch Personalanpassungen in den Betrieben notwendig gemacht. Aus Sicht von Südwestmetall bestand die Schwierigkeit der Tarifrunde 2013 daher darin, die hohen Erwartungen der IG Metall auf ein realistisches Maß zu bringen, die starke Kostenbelastung durch das letztjährige Tarifergebnis beim kommenden Tarifabschluss zu berücksichtigen und durch eine möglichst lange Laufzeit des Tarifergebnisses Planungssicherheit für die Unternehmen zu erreichen. Ziel musste also eine verlässliche, maßvolle und langfristige Tarifpolitik sein.
 
Bereits in der zweiten Verhandlung am 19. April 2013 in Ludwigsburg legten die Arbeitgeber einen Lösungsvorschlag vor. Dabei wurde die Tarifverhandlung von Demonstrationen der IG Metall begleitet, die unter dem Motto „Verhandlungen brauchen Druck!“ der Forderung der IG Metall nach einer Entgelterhöhung von 5,5 % Nachdruck verleihen sollten.
 
In der Verhandlung machten die Arbeitgeber deutlich, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung – entgegen der Behauptung der IG Metall – zu Beginn des Jahres 2013 deutlich verschlechtert habe und auch die Prognosen für die Zukunft keine wesentlichen Steigerungen erwarten ließen. Dies ergab sich aus einer aktuellen Mitgliederbefragung von Südwestmetall.
 
Da die Arbeitgeber aber an einem schnellen und vernünftigen Tarifabschluss Interesse hatten, unterbreiteten sie folgenden Lösungsvorschlag:
 
  • Steigerung der Entgelte um 2,3 % bei einer Laufzeit von 13 Monaten mit zwei Nullmonaten.
 
Der Lösungsvorschlag berücksichtigte einerseits die wirtschaftliche Situation in den Betrieben und war gleichzeitig ein Angebot für eine faire und angemessene Entgelterhöhung für die Beschäftigten. Aus Sicht der Arbeitgeber würde eine längere Laufzeit zwar mehr Planungssicherheit für die Mitgliedsfirmen bedeuten und mehr Gestaltungsspielräume eröffnen, um der Heterogenität in der M+E-Industrie besser gerecht zu werden. Allerdings hatte die Gewerkschaft im Vorfeld eine längere Laufzeit ausgeschlossen.
 
Die IG Metall wies den Lösungsvorschlag ohne Prüfung zurück, so dass die Verhandlungen ergebnislos vertagt wurden mussten.
 
Im weiteren Verlauf der Tarifrunde rief die Gewerkschaft zu massiven Warnstreiks in den Betrieben auf. Doch auch in der dritten Tarifverhandlung am 7. Mai 2013 sowie in der vierten Tarifverhandlung am 13. Mai 2013 war in Baden-Württemberg eine Einigung nicht möglich. Die IG Metall bestand vielmehr darauf, dass mit der Tarifverhandlung am 14. Mai 2013 in Bayern die letzte Möglichkeit für einen Durchbruch bestehen würde, bevor die Große Tarifkommission der IG Metall in Baden-Württemberg am 15. Mai 2013 tagen würde. Sollte es bis dahin keine Tarifeinigung geben, hatte die Gewerkschaft angekündigt, das Scheitern der Verhandlungen zu erklären und die Urabstimmung zur Durchführung eines Flächenstreiks einzuleiten.
 

Übernahme des bayerischen Tarifergebnisses in Baden-Württemberg am 16. Mai 2013

In den frühen Morgenstunden des 15. Mai 2013 einigten sich die Tarifvertragsparteien in Bayern in der vierten Verhandlung auf einen Tarifabschluss für die Metall- und Elektroindustrie.
Nach Beratungen mit den zuständigen Gremien und deren Zustimmung vereinbarten IG Metall und Südwestmetall am 16. Mai 2013 die Übernahme des bayerischen Tarifergebnisses auch für die baden-württembergische Metall- und Elektroindustrie.
 
Der zweistufige Tarifabschluss sieht folgende Erhöhungen der Entgelte und Ausbildungsvergütungen vor:
 
  • Die Monate Mai und Juni 2013 sind sogenannte Nullmonate. Für diese Monate gelten die Tariftabellen gültig ab 1. Mai 2012 weiter.
  • Mit Wirkung ab 1. Juli 2013 erhöhen sich die Tariftabellen um 3,4 %.
  • Mit Wirkung ab 1. Mai 2014 erhöhen sich die Tariftabellen um weitere 2,2 %.
 
Die Gesamtlaufzeit des Abkommens beträgt 20 Monate vom 1. Mai 2013 bis zum 31. Dezember 2014. Daraus ergibt sich für die baden-württembergische Metall- und Elektroindustrie eine tarifliche Kostenbelastung für 2013 von 2,96 % und für das Jahr 2014 von 3,25 %.
 
Für das Jahr 2013 war es den Arbeitgebern gelungen, eine Kostenbelastung von weniger als 3 % zu erzielen. Durch die lange Laufzeit erhalten die Unternehmen Planungssicherheit und Betriebsfrieden für das gesamte Jahr 2014 sowie wegen der vereinbarten Friedenspflicht bis Ende Januar 2015. Neben der 20-monatigen Laufzeit konnten die Arbeitgeber auch die beiden im Lösungsvorschlag enthaltenen Nullmonate erreichen, die zu einer Kostenminderung beitragen. Ein flächendeckender Arbeitskampf mit hohen Kosten und Folgebelastungen für die Betriebe konnte damit vermieden werden.

 

Südwestmetall
Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e. V.

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URL: https://www.suedwestmetall.local/SWM/web.nsf/id/pa_swm-tarifabschluss-2013.html
Datum: 19.3.2019

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