Konjunktur Metall- und Elektroindustrie

Ein Jahr nach dem schweren wirtschaftlichen Einbruch durch die Corona-Pandemie hellt sich die Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie (M+E) weiter auf. Die Aufträge legen zu, Kurzarbeit geht zurück, die Beschäftigung stabilisiert sich. Die Produktion in Baden-Württemberg tritt jedoch zu Jahresbeginn weiter auf der Stelle. In den nächsten Monaten dürfte die Statistik einen weiteren (kräftigen) Aufwärtstrend zeigen – auch, weil nun die Corona-bedingt schwachen Vorjahresmonate zur Messlatte werden.

Auftragseingänge

Die M+E-Auftragseingänge in Baden-Württemberg befinden sich nach einem starken Schlussquartal 2020 und einem Plus im Januar auch im Februar im Aufwärtstrend. Dabei verläuft die Entwicklung in den verschiedenen Branchen durchaus unterschiedlich. Während Elektrotechnik und vor allem der Maschinenbau kräftig zulegten, stagnieren seit Jahresbeginn die Aufträge im Fahrzeugbau. Im März dürfte sich die positive Entwicklung fortsetzen, weil sich hier im Vorjahr erstmals die Pandemie-Auswirkungen bemerkbar gemacht haben.

Produktion

Auch im Februar stagnierte die M+E-Produktion im Land, nachdem die Erholung zum Jahresende im Januar mit einem zweistelligen Minus jäh gebremst worden war. Vor allem im Fahrzeugbau hinkt die Produktion dem Vorjahresniveau weiterhin hinterher. 2020 betrug der Rückgang der gesamten M+E-Industrie im Land zwölf Prozent. Das Minus aus dem Rezessionsjahr 2019 addiert (-3 Prozent), müsste die Produktion 2021 um mehr als 17 Prozent wachsen, um das Vorkrisenniveau von 2018 wieder zu erreichen. Für das eigene Unternehmen rechnet damit laut der letzten Corona-Umfrage von Südwestmetall nur gut ein Drittel der Firmen.

Beschäftigung

Seit eineinhalb Jahren ist bei den Beschäftigtenzahlen in der M+E-Industrie landes- und bundesweit ein Abwärtstrend zu beobachten. Dieser hat sich zum Jahresauftakt jedoch verlangsamt. Seit dem Höchststand Mitte 2019 mit mehr als einer Million Beschäftigten sind in Baden-Württemberg aber mehr als 50.000 Arbeitsplätze bzw. rund fünf Prozent verloren gegangen. Allerdings zeichnet sich nun eine Stabilisierung ab: Die Personalpläne der Unternehmen haben sich weiter erholt und liegen im Saldo fast wieder bei Null (d.h., dass etwa gleich viele Firmen mit einem Zuwachs wie mit einem Minus rechnen).

Kurzarbeit

Seit Mai 2020 hat sich die Dynamik der neuen Kurzarbeitsanzeigen in der M+E-Industrie deutlich abgeschwächt, nachdem die Anzeigen im April explosionsartig in die Höhe geschnellt waren. Seit Beginn der Corona-Krise gingen bei der Bundesagentur für Arbeit mehr als drei Millionen Anzeigen zur Kurzarbeit in der M+E-Industrie ein, davon rund 800.000 aus Baden-Württemberg. Laut ifo-Institut lag der Anteil der Beschäftigten in Kurzarbeit in der gesamten Industrie im März noch bei 6,3 Prozent und damit unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

Ertragslage

Die ifo-Renditeschätzung 2020 für die M+E-Industrie zeigt die starken Bremsspuren der Corona-Pandemie. Der Anteil der Firmen, die Verluste schreiben, ist auf 36 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vorkrisenniveau 2018 hat sich deren Anteil fast verdreifacht. Hinzu kommt ein weiteres knappes Viertel aller Unternehmen, das sich mit einer sehr schmalen Rendite von 0-2 Prozent begnügen muss – Zahlen, die von der letzten Südwestmetall-Umfrage bestätigt werden. Insgesamt lassen die ifo-Zahlen für 2020 mit einer betrieblichen Rendite von durchschnittlich nur noch knapp einem Prozent rechnen – angesichts der für Transformation und Krisenbewältigung eigentlich erforderlichen Investitionen eine dramatische Zahl.

Prognosen: Geschäftslage, Personal, Produktion, Export

Die wirtschaftliche Stimmung in den M+E-Betrieben hat sich laut jüngstem ifo-Konjunkturtest vom März weiter verbessert. So wird die aktuelle Lage erneut positiver beurteilt als im Monat zuvor. Sie liegen im Saldo inzwischen auf dem Niveau der Erwartungen für die nächsten sechs Monate, die ungefähr stabil geblieben sind. Die Produktions- und Exporterwartungen haben sich noch positiver entwickelt.

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