Die Konjunktursignale für die baden-württembergische Metall- und Elektroindustrie bleiben zum Jahresende 2025 hin weiter uneinheitlich. Zwar konnten die Auftragseingänge im November deutlich zulegen. Doch wichtige Indikatoren wie Produktion und Beschäftigung stagnieren oder verzeichnen Rückgänge. Auch die Personalpläne und Geschäftserwartungen der Unternehmen liegen im Saldo weiter deutlich im Minus. Ein nachhaltiger Aufwärtstrend ist nicht erkennbar.
Auftragseingänge
Nach einem Dämpfer im Vormonat haben die M+E-Firmen in Baden-Württemberg im November wieder deutlich mehr Aufträge verbuchen können. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag das Plus bei 15,7 Prozent, wobei die Zuwächse in der Metallverarbeitung (+35,7 Prozent) und in der Elektrotechnik (+31,4 Prozent) besonders kräftig ausfielen. Auch die größten Branchen Maschinen- und Fahrzeugbau legten zu, wenn auch nicht so stark. Seit Jahresbeginn steht für die Unternehmen damit ein Zuwachs von sechs Prozent in den Büchern. Der Anteil der Unternehmen, die über Auftragsmangel klagen, lag im Oktober bundesweit bei 39 Prozent und damit etwas niedriger als noch im Juli.
Produktion
Die M+E-Produktion im Land konnte die leichte Erholung der Vormonate im November hingegen nicht fortsetzen. Mit einem Plus von 0,1 Prozent verharrte sie praktisch auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Dabei fiel die Entwicklung in den verschiedenen Branchen unterschiedlich aus. Während Fahrzeugbau und Metallverarbeitung jeweils um rund fünf Prozent zulegten, rutschten der Maschinenbau und die Elektrotechnik ins Minus. Der Rückstand der gesamten M+E-Produktion gegenüber dem Vorjahr beträgt damit seit Jahresbeginn 0,6 Prozent. Die Kapazitätsauslastung liegt weiter deutlich unter dem langjährigen Mittel. Zudem fährt die M+E-Produktion im Land dem Spitzenniveau von 2018 weiterhin um rund ein Fünftel hinterher, und sie bleibt seit Jahren deutlich hinter der weltweiten Entwicklung der Industrieproduktion zurück.
Beschäftigung
Der seit Monaten anhaltende Abwärtstrend bei der Beschäftigung hat sich im November fortgesetzt. In Baden-Württemberg waren mit 944.000 Personen gut drei Prozent bzw. mehr als 31.000 Menschen weniger in den M+E-Betrieben beschäftigt als im Vorjahresmonat – der niedrigste Stand seit Februar 2017. Seit dem Höchststand Mitte 2019 sind damit 65.000 M+E-Jobs im Land verloren gegangen, allein seit Jahresbeginn rund 27.000. Die Personalpläne der M+E-Unternehmen verharren im Saldo trotz leichter Verbesserung im tiefroten Bereich.
Kurzarbeit
Ertragslage
Laut der aktuellen ifo-Umfrage vom September 2025 rechnen die M+E-Firmen bundesweit für 2025 im Durchschnitt kaum noch mit Gewinnen. Demnach steigt der Anteil der Unternehmen, die rote Zahlen oder eine „schwarze Null“ schreiben, gegenüber 2024 von 42 auf 52 Prozent. Gut ein Viertel der Firmen schreibt demnach sogar rote Zahlen. Nach Schätzungen des Dachverbands Gesamtmetall auf Basis der ifo-Umfragen dürfte damit die durchschnittliche Umsatzrendite in der M+E-Industrie in diesem Jahr auf 0,2 Prozent fallen, nachdem sie schon Vorjahr deutlich zurückgegangen war. 2023 hatte sie nach inzwischen vorliegender vorläufiger Prognose der Bundesbank aufgrund verschiedener Sondereffekte noch bei 4,9 Prozent gelegen.
Prognosen: Geschäftslage, Produktion, Export
In der aktuellen ifo-Konjunkturprognose von Ende Dezember zeigten sich die Unternehmen unterm Strich weiter pessimistisch. Dabei verschlechterte sich die Beurteilung der aktuellen Lage etwas, während sich die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate leicht verbesserten. Beide Indikatoren liegen im Saldo weiterhin im Minus. Das heißt, die Unternehmen in Summe sehen die Talsohle noch nicht erreicht. Hier dürften die anhaltenden Unsicherheiten und die nach wie vor allenfalls schleppende Erholung eine Rolle spielen. Bei den kurzfristigeren Produktions- und Exporterwartungen – für die nächsten drei Monate – hat sich die Stimmung wieder etwas aufgehellt, beide Indikatoren liegen im Saldo jedoch ebenfalls weiterhin im Minus.
Stand Januar 2026
