#ShowMEyourdesk mit Stefan Wolf

Unser Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Wolf verantwortet im Hauptamt bei der ElringKlinger AG die Bereiche Recht, Personal, Investor Relations und Unternehmenskommunikation. Der Automobilzulieferer ElringKlinger aus Dettingen an der Erms gehört zu den zahlreichen Hidden Champions im Land. Als Hersteller von Zylinderkopf- und Spezialdichtungen großgeworden, bieten die Schwaben als Reaktion auf den technologischen Wandel mittlerweile auch zahlreiche weitere Automobilkomponenten wie Kunststoffleichtbauteile oder Batterie- und Brennstoffzellentechnik an. Wolf ist gelernter Rechtsanwalt und seit 1997 im Unternehmen. 2006 übernahm er den Vorstandsvorsitz von ElringKlinger, 2012 wurde er zum Vorsitzenden von Südwestmetall gewählt.

1. Mit welchen zwei Sätzen würde man Sie bei Anne Will vorstellen?

Dr. Stefan Wolf ist Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG sowie des Arbeitgeberverbands  Südwestmetall. Er redet sehr schnell, bringt Dinge auf den Punkt und legt den Finger häufig in die Wunde – auch wenn es unangenehm ist.

2. Welche morgendlichen Rituale haben Sie?

Nach dem Aufstehen trinke ich als erstes eine Flasche Coke Zero.

3. Was ist Ihr wichtigstes Arbeitsinstrument und warum?

Mein wichtigstes Arbeitsinstrument ist die Wiedervorlage – sie ist das beste Controlling Instrument überhaupt.
Wenn Sie Mitarbeitern etwas schicken, mit der Bitte um Rücksprache und nie wieder etwas hören, dann ist das ganz schlecht. Die Wiedervorlage hilft mir nachzufassen, nachzuhaken und sicherzustellen, dass die Dinge erledigt werden.

 4. Auf welche Entscheidung sind Sie besonders stolz?

Auf meine Entscheidung vor 19 Jahren zu ElringKlinger zu wechseln. Das Unternehmen hat mir viele tolle Möglichkeiten für meine berufliche Entwicklung gegeben. Insofern war das damals der richtige Schritt. Nach fünf Jahren Tätigkeit in einer großen Anwaltskanzlei ist es natürlich schon eine Überlegung, ob man den Schritt in die Industrie machen will oder nicht. Ich habe mich dann dafür entschieden und als Referent in der Rechtsabteilung angefangen. Rückblickend kann ich sagen, dass es die absolut richtige Entscheidung war.

5. Was würde der Welt fehlen, gäbe es ElringKlinger nicht?

Absolut hochtechnische und hochleistungsfähige Zylinderkopfdichtungen. Die Folge: Es gäbe viele undichte Motoren auf dieser Welt - denn wir können mit Stolz behaupten, dass wir selbst Motoren dicht bekommen, mit denen unser einziger ernstzunehmender Konkurrent so seine liebe Mühe hat.
Darüber hinaus würde aber auch ein Unternehmen fehlen, das durch seine Gründerfamilie einen sehr sozialen Hintergrund hat. Ein guter Arbeitgeber, ein Unternehmen, das sehr menschlich ist, und ein Unternehmen, das auch über die Hauptaktionäre hinaus sehr viel Kapital in die Gemeinnützigkeit gibt.

6. Welche sind die Top 2 Bedrohungen Ihres Geschäftsmodells und warum?

Wie die gesamte Fahrzeugindustrie sind auch wir als Zulieferer massiv von der aktuell stattfindenden  Transformation der Branche betroffen. In den nächsten fünf bis zehn Jahren werden wir einen wahnsinnigen Wandel haben. Das betrifft vor allem die Antriebskonzepte, die für uns bei ElringKlinger eine zentrale Rolle spielen, da wir mit unseren Produkten sehr am Verbrennungsmotor hängen.

Ein ganz schneller Wandel der Antriebskonzepte wäre eine Bedrohung. Zum Beispiel eine bahnbrechende Erfindung, die den Verbrennungsmotor innerhalb der nächsten zwei Jahre komplett obsolet machen würde.
Aber auch die Lohnentwicklung sehe ich kritisch. Wenn die Vergütung in der Metall- und Elektroindustrie weiterhin so stark ansteigt, die Entwicklung in anderen Bereichen aber nicht Schritt hält, wird die Schere immer weiter aufgehen. Das ist eine massive Bedrohung für Arbeitsplätze bei uns im Unternehmen, in anderen Betrieben, aber vor allem auch für den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt.

7. Wer ist Ihr unternehmerisches Vorbild und was haben Sie von ihm gelernt?

Mein unternehmerisches Vorbild ist mein Vorgänger Dr. Helmut Lerchner, der das Unternehmen ElringKlinger von 1992 bis 2004 geführt hat. Er hat das Unternehmen in seinen Grundzügen so ausgerichtet, wie es heute auch noch dasteht.

Natürlich haben wir im Vorstand in den vergangenen elf Jahren einiges anders gemacht und vieles verändert. Dennoch gibt es bei uns gewisse Grundprinzipien wie Kostenbewusstsein, klare Zielorientierung, schnelle Entscheidungen und Umsetzung, ein sehr offenes und pragmatisches Umgehen miteinander, die Dr. Lerchner hier etabliert hat. Das hat mich sehr stark beeindruckt und prägt mein Handeln bis heute.

8. Haben Sie ein Lieblingszitat?

Nein, ehrlicherweise nicht.

9. Was schätzen Sie am Standort Baden-Württemberg?

Es gibt hier viele motivierte, gut ausgebildete und loyale Menschen, die durch ihre Heimatverbundenheit und Bodenständigkeit eine ganz hervorragende Arbeit in unseren Unternehmen leisten. Es gibt darüber hinaus nur wenige Bundesländer, die einen ähnlichen Erfinder- und Pioniergeist bzw. einen solchen Hunger nach Innovationen vorweisen können. Es kommt nicht von ungefähr, dass so viele technische Innovationen aus Baden-Württemberg kommen und ich bin mir sicher, dass wir auch in der Zukunft viele neue spannende Entwicklungen aus Baden-Württemberg sehen werden.

Wir haben in Baden-Württemberg die höchste Patentdichte aller Bundesländer und das hat seinen Grund darin, dass die Baden-Württemberger unheimlich gerne tüfteln, Dinge erfinden und Dinge voranbringen. Das ist natürlich ein hervorragendes Arbeitsumfeld für ein Unternehmen.

Meine absolute Lieblingserfindung ist natürlich das Automobil. Trotz seiner über 100-jährigen Geschichte hat es bis heute noch nichts an Faszination verloren. Außerdem ist die Fahrzeugbranche mit all den Zulieferbetrieben eine der wesentlichen Wirtschaftszweige, die wir in unserem Land haben und die wesentlich zum Wohlstand von Baden-Württemberg und auch ganz Deutschland beigetragen hat.

10. Bitte vervollständigen Sie! Digitalisierung ist für mich…...

...…absolut notwendig, damit wir auch zukünftig in Baden-Württemberg und in ganz Deutschland gegenüber anderen Ländern dieser Erde konkurrenzfähig sind.

Südwestmetall
Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e. V.

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E-Mail: info(at)suedwestmetall.de

URL: https://www.suedwestmetall.local/SWM/web.nsf/id/li_arbeitgeber_elringklinger.html
Datum: 19.9.2019

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