Südwestmetall kritisiert verbale Ausfälle der IG Metall anlässlich ihres Aktionstags als weiteren Tiefschlag für Sozialpartnerschaft

Dr. Wolf: Behauptungen, die Unternehmer gingen verantwortungslos mit Beschäftigung um, sind falsch.

Die Metallarbeitgeber haben den heutigen Aktionstag der IG Metall gegen Stellenabbau scharf kritisiert und der Gewerkschaft sprachliche Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. „Die verbalen Ausfälle der IG Metall sind ein weiterer Tiefschlag für die Sozialpartnerschaft und ein denkbar schlechter Auftakt für die bevorstehende Tarifrunde“, sagte Dr. Stefan Wolf, Vorsitzender des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, am Freitag anlässlich des Aktionstags in Stuttgart.

In ihrem Aufruf zum Aktionstag hatte die IG Metall den Arbeitgebern „0% Verantwortung“ unterstellt und ihnen „Engstirnigkeit und Streben nach kurzfristigem Profit“ vorgeworfen. „Die Sorgen der Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze sind zwar verständlich. Aber solche Behauptungen sind gerade auch in Zeiten des Fachkräftemangels falsch“, kritisierte Wolf: „Vor allem weiß es die IG Metall, falls sie nicht an Gedächtnisverlust leidet, selbst viel besser.“ Schließlich seien es ja dieselben Unternehmen gewesen, die in der letzten Krise 2008/09 alles darangesetzt hätten, möglichst viele Beschäftigte zu halten. Damals war die Produktion in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie um 26 Prozent eingebrochen. Trotzdem blieb das Beschäftigungsniveau nahezu stabil (Rückgang von 4 Prozent, vor allem über Fluktuation und Ruhestand).

Auch in der heutigen Situation würden sich die Arbeitgeber bemühen, Beschäftigung zu sichern, wo dies möglich sei. So setze sich Südwestmetall auch dafür ein, die erweiterten Regelungen zum Kurzarbeitergeld, die in der Krise 2008/09 sehr wirkungsvoll waren, schnellstmöglich wieder in Kraft zu setzen – übrigens gemeinsam mit der IG Metall. „Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir manche strukturellen Veränderungen, die heute zur Konjunkturflaute hinzukommen, nicht aufhalten können, kein Unternehmer daher absolute Garantien geben kann“, sagte Wolf.

Die IG Metall kündige in ihrem Aufruf zum Aktionstag hingegen an, eine „gute Zukunft erzwingen“ zu wollen. „Das grenzt an Realitätsverlust“, kritisierte Wolf: „Für eine gute Zukunft müssen wir gemeinsam hart arbeiten. Vor allem müssen alle bereit dazu sein, einen Beitrag zu leisten, Kompromisse einzugehen. Leider macht die IG Metall keinen einzigen Vorschlag, worin ihre Kompromissbereitschaft und der Beitrag der Beschäftigten bestehen soll.“

Der Südwestmetall-Vorsitzende zeigte sich überzeugt davon, dass die Betriebe und ihre Beschäftigten die enormen aktuellen Herausforderungen wie Digitalisierung und Elektromobilität nur bewältigen können, wenn alle Beteiligten Zugeständnisse machen würden. „Dabei müssen wir auch feststellen, dass die außerordentlich hohen Lohnzuwächse der vergangenen Jahre den Unternehmen kaum noch genügend Luft für Investitionen in die Zukunft lassen“, so Wolf: „Doch was macht die IG Metall? Sie schürt bei ihren Mitgliedern den Glauben, dass alles so weitergehen könne wie bisher, wenn man sich nur lautstark gegen Veränderungen stemmt.“ Das erzeuge jedoch mit Blick auf die nächste Tarifrunde nur „unnötig hohe Erwartungen, die keinesfalls zu erfüllen“ seien.

Der Verbandsvorsitzende appellierte daher im Namen aller Mitgliedsunternehmen an die Gewerkschaft: „Wir stehen in der Tarifpolitik am Scheideweg. Auch die IG Metall muss sich entscheiden: Sucht sie weiterhin nur den Konflikt, wie sie es heute tut, provoziert sie bei unseren Unternehmen nur noch heftigeren Widerstand, der schon in den letzten Jahren kräftig gewachsen ist. Damit fährt sie das bewährte System der Tarifpartnerschaft möglicherweise sehenden Auges an die Wand. Oder wir gehen aufeinander zu, suchen rechtzeitig nach gemeinsamen Lösungen, mit denen alle gut leben können. Wir sind dazu bereit.“

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Volker Steinmaier

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Datum: 9.12.2019

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