Warnstreiks nach nächster Verhandlung zu planen, ohne das Ergebnis abzuwarten, „befremdlich“

Porth: „Wirtschaftskrise, Corona, Transformation: Und die IG Metall will die Betriebe stilllegen? Das passt nicht zusammen“

04.03.2021

Angesichts der Warnstreiks in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie (M+E) hat der Arbeitgeberverband Südwestmetall der Gewerkschaft IG Metall mangelnden Lösungswillen und ein fragwürdiges Verhältnis zur Realität vorgeworfen.

Der Südwestmetall-Vorsitzende Wilfried Porth verwies auf den Ernst der Lage: „Wir reden über die schwerste Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik, über die gesellschaftliche Jahrhundertherausforderung Corona, die wir noch nicht im Griff haben, über eine historische Transformation unserer Industrie. Und die IG Metall will die Betriebe stilllegen? Das passt einfach nicht zusammen.“ Gerade die Transformation mit der Digitalisierung und der Dekarbonisierung bedeute einen historischen Umbruch in ein neues Industriezeitalter, sagte Porth: „Da haben wir es auch mit völlig neuen Wettbewerbern zu tun, die größtenteils ganz andere, kostengünstigere Rahmenbedingungen haben. Die IG Metall muss sich also unbedingt auch dem Kostenthema stellen, wenn sie wirklich – so wie die Unternehmer – an einer erfolgreichen Zukunft unserer Betriebe mit ihren Beschäftigten interessiert ist.“

Der Mehrzahl der M+E-Firmen gehe es nach wie vor nicht gut, viele müssten um ihre Existenz fürchten. „Statt mit uns am Verhandlungstisch nach Lösungen zu suchen, plant die IG Metall lieber digitalen Streik und Live-Cooking mit dem Bezirksleiter. Dafür fehlt mir das Verständnis“, sagte Porth. Als „besonders befremdlich“ bezeichnete er, dass die IG Metall den digitalen Warnstreik am 12. März schon fest eingeplant hat, obwohl am 9. März noch einmal Tarifverhandlungen stattfänden: „Sie scheint offenbar nicht gewillt zu sein, da ein Verhandlungsergebnis oder auch nur Verhandlungsfortschritte zu erzielen. Wo bleibt da der konstruktive Ansatz?“ Porth forderte die IG Metall dazu auf, „alle geplanten Aktionen einzustellen und am Verhandlungstisch zügig nach Lösungen zu suchen“.

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Volker Steinmaier

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