Jahresbilanz 2025 der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg: Produktion leicht im Minus, Beschäftigung sinkt

Krause: „Wir rechnen mit weiterem Stellenabbau – der Standort steht vor größeren Herausforderungen als gedacht“

Die baden-württembergische Metall- und Elektroindustrie (M+E) ist 2025 erneut nicht vom Fleck gekommen. Das Produktionsvolumen ist leicht geschrumpft, mehr als 30.000 Arbeitsplätze gingen verloren. „Auch in diesem Jahr rechnen wir nicht mit einem starken Wachstum, jedoch mit einer weiter sinkenden Beschäftigung“, sagte Peter Sebastian Krause, Vorsitzender des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, in Stuttgart: „Politik und Sozialpartner müssen ihren Fokus jetzt strikt auf Rahmenbedingungen richten, die unsere Unternehmen in der Transformation unterstützen, die Wachstum ermöglichen und so dabei helfen, Beschäftigung zu sichern.“

Die M+E-Firmen im Land konnten im Schlussmonat 2025 zwar ein kräftiges Plus von gut 24 Prozent bei den Auftragseingängen verbuchen. Im Gesamtjahr erhielten sie damit 7,5 Prozent mehr Aufträge als im Vorjahr. Die Entwicklung ist allerdings zum Teil auf einzelne Großaufträge zurückzuführen. Zudem schlägt sie sich immer seltener in Produktion in Deutschland bzw. in Baden-Württemberg nieder. So konnte die M+E-Produktion im Land trotz einer etwas positiveren Entwicklung zum Jahresende hin den Rückstand gegenüber dem Vorjahr nicht mehr vollständig aufholen. Am Ende stand ein Minus von 0,3 Prozent in den Büchern, nachdem die Produktion bereits 2024 um mehr als acht Prozent geschrumpft war.

„Die Durststrecke hält nunmehr bereits seit sieben Jahren an. Wir fahren dem Niveau des Spitzenjahres 2018 rund 15 Prozent hinterher“, sagte Krause. Die Fabriken seien nach wie vor schlecht ausgelastet, massive Investitionen in die Transformation, etwa in die Elektromobilität, rentierten sich noch nicht: „Das setzt die Unternehmen massiv unter Druck. 2025 wird voraussichtlich gut die Hälfte mit Verlusten oder einer nicht ausreichenden Rendite von weniger als zwei Prozent abgeschlossen haben. Immer mehr Unternehmen berichten uns, dass sie insbesondere im Inland kein Geld mehr verdienen.“

Diese Entwicklung bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Beschäftigung. 32.450 Arbeitsplätze gingen im Jahresverlauf 2025 verloren, zum Jahresende waren noch 938.700 Menschen in den M+E-Betrieben im Land beschäftigt. Gegenüber dem Höchststand im Jahr 2019 mit mehr als einer Million Beschäftigten beträgt der Rückgang sogar mehr als 70.000 Stellen, wobei das Minus im Automotive-Bereich mit gut zehn Prozent besonders kräftig ausfiel. „Die Personalpläne der Unternehmen für die kommenden Monate stehen im Saldo weiter tief im Minus, wir rechnen mit einem weiteren Abbau“, so der Südwestmetall-Vorsitzende: „Wir sind in großer Sorge um die hiesigen Fertigungsstrukturen. Der Standort steht vor größeren Herausforderungen als gedacht. Wir müssen daher alles daransetzen, diesen Trend zu stoppen. Unsere Firmen brauchen jetzt Entlastungen und keine weiteren Belastungen. Das gilt für die Rahmenbedingungen, die die Politik setzt, aber auch für die im Herbst anstehende Tarifrunde.“

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Volker Steinmaier

Referatsleiter Medienarbeit Print, Rundfunk und TV

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