Tarifvertrag Leih-/Zeitarbeit (TV LeiZ)

Die Ausgangslage

Zeit- und Leiharbeit benötigen klare Regelungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer – ein deutlicher Handlungsauftrag aus der Politik an uns veranlasste uns gemeinsam mit der IG Metall, erstmals in der Tarifrunde 2012 Rahmenbedingungen für den Einsatz von Zeitarbeit zu regulieren.

Die Auftragsbücher waren voll, aber die Wirtschaftskrise saß vielen noch in den Knochen. Die Folge: Zeitarbeit boomte und wurde in manchen Betrieben umfangreich eingesetzt. Zu umfangreich nach Auffassung der IG Metall und vieler Betriebsräte. Denn das Gesetz sah keine Begrenzung der Überlassungsdauer vor, und die Entgelte der Zeitarbeiter lagen teilweise deutlich unter denjenigen der Metall- und Elektroindustrie.

Der erste Kompromiss

Im Frühjahr 2012 – der Durchbruch: Nach harten Verhandlungen ein neuer Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie! Dieser ermöglichte es, den Einsatz von Zeitarbeit passgenau für die konkrete Betriebssituation auszugestalten. Machten die Betriebe keinen Gebrauch davon, waren sie dazu angehalten, dem Leiharbeitnehmer nach 24 Monaten Einsatzdauer eine Festanstellung anzubieten. Auch wurden dem Leiharbeitnehmer sog. Branchenzuschläge gewährt, je länger er im Betrieb eingesetzt wurde. Hierdurch wurde eine Annäherung an das Entgeltniveau der M+E-Branche erreicht.

Das neue Gesetz

Allerdings währte dieser Kompromiss nur kurz. Der Gesetzgeber erfuhr massiven Druck aus der Gesellschaft und begrenzte daher ab 2017 die Dauer für den Einsatz von Zeitarbeit: auf nur noch 18 Monate. Auch das Entgelt des Leiharbeitnehmers wurde an jenes eines vergleichbaren Stammarbeiters des Betriebes angepasst. Aber: Branchenspezifische Abweichungen durch einen Tarifvertrag wurden zugelassen.

Der Meilenstein – „TV LeiZ 2017“

Wir gestalten Arbeit von heute und morgen, daher ist es stets – orientiert an den wirtschaftlichen Trends – unser Anliegen, optimale Rahmenbedingungen für die tarifgebundenen Arbeitgeber zu schaffen. Also haben wir gehandelt und mit unserem Sozialpartner verhandelt. Das Ergebnis: der neue Tarifvertrag TV LeiZ 2017. Dieser bietet für tarifgebundene Betriebe mehr Flexibilität im Vergleich zu den verschärften gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Das bedeutet im Einzelnen: Arbeitgeber und Betriebsräte können den Einsatz von Zeitarbeit passgenau für den Betrieb gestalten – zum Beispiel eine Überlassungsdauer von bis zu 48 Monaten vereinbaren. Ohne diese Betriebsvereinbarung muss dem Leiharbeitnehmer weiterhin nach 24 Monaten eine Festanstellung angeboten werden.

Die Wege der Arbeitnehmerüberlassung.

Somit wurde ein Kompromiss gefunden: Unternehmen können Zeitarbeit weiterhin als Instrument nutzen – und dies in einem Rahmen, der in unserer Branche besser passt als die engen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Zeitarbeitnehmer haben so die Chance länger in einem Betrieb eingesetzt zu werden und das mit einem angeglichenem Entgeltniveau.

Südwestmetall
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Datum: 27.6.2019

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