Urlaubsgeld 2020 in der Metall- und Elektroindustrie

Laut dem Tarifvertrag „Urlaubsabkommen“ steht den Beschäftigten der Metall- und Elektro-Industrie in Baden-Württemberg im Juni das zusätzliche Urlaubsgeld zu. Doch wie verhält es sich im Jahr 2020, im Jahr der Corona-Pandemie? Nachfolgend beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Urlaubsgeld und gehen auf die aktuelle Situation ein.

Wird das Urlaubsgeld auch im Krisenjahr 2020 ausgezahlt?

Am Grundprinzip des Urlaubs und damit des zusätzlichen Urlaubsgeldes hat sich bisher nichts geändert. Allerdings finden aktuell Gespräche statt, wie die Sozialpartner auf die aktuelle Krisensituation reagieren können.

Denn aktuell ist es für viele Betriebe eng. Auf der einen Seite sind die Arbeitgeber verpflichtet, weiterhin Verbindlichkeiten zu bedienen, insbesondere die Entgelte an die Beschäftigten zu zahlen. Auf der anderen Seite bleiben Zahlungseingänge oft aus, weil Aufträge einbrechen oder Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können.

Daher wird in diesem Jahr vielfach damit zu rechnen sein, dass das Urlaubsgeld verschoben und teilweise sogar reduziert werden muss. Voraussetzung hierfür ist aber immer, dass die Tarifvertragsparteien entsprechende Spielregeln vereinbaren, sei es im Rahmen eines möglichen für alle geltenden Krisentarifvertrags oder sei es im Rahmen betriebsspezifischer Regelungen nach dem sogenannten Pforzheimer Abkommen.

Kommt das Urlaubsgeld unverändert nach Tarifvertrag zur Auszahlung, greifen folgende Regelungen:

Wie viel Urlaubsgeld bekomme ich laut Tarifvertrag?

Laut Tarifvertrag beträgt es pro Urlaubstag 50 Prozent des „üblichen“ arbeitstäglichen Entgelts, bestehend aus dem Grundentgelt, dem Leistungsentgelt und der durchschnittlich in den letzten drei Monaten erarbeiteten Schichtzulagen.

Klingt zu kompliziert? Als Faustregel erhält ein Arbeitnehmer, der im Kalenderjahr 30 Urlaubstage hat, ein zusätzliches Urlaubsgeld in Höhe von 69 Prozent seines monatlichen Entgelts. Was das konkret in Geld bedeutet, zeigt unsere Grafik an den Berufen des Maschineneinrichters und des Bereichscontrollers.

Ist der Urlaubsanspruch geringer, zum Beispiel in Folge von Kurzarbeit, fällt auch das Urlaubsgeld entsprechend geringer aus.

Urlaubsgeld 2020 in der Metall- und Elektroindustrie

So viel bekommen M+E-Mitarbeiter

Wann wird das Urlaubsgeld gezahlt?

Die Auszahlung ist in Unternehmen unterschiedlich geregelt. Das zusätzliche Urlaubsgeld kann entweder jeweils vor Beginn des Urlaubs des Beschäftigten gezahlt werden oder es kann durch eine Betriebsvereinbarung ein einheitlicher Fälligkeitstermin festgelegt werden.

Soweit keine krisenbedingten Sonderregelungen vereinbart werden, gibt der Tarifvertrag vor, dass das Urlaubsgeld bis spätestens 30. Juni bei den Beschäftigten auf dem Konto sein muss.

Erhalten Auszubildende Urlaubsgeld?

Auszubildende haben nach dem Manteltarifvertrag einen Anspruch auf ein zusätzliches Urlaubsgeld in Höhe von 2,3 Prozent der monatlichen Vergütung pro Urlaubstag. Die Azubis erhalten das Geld bis spätestens vor Beginn der Sommerferien.

Seit wann gibt es überhaupt Urlaubsgeld?

Von einer "zusätzlichen Urlaubsvergütung" (im Tarifbezirk Nordwürttemberg/Nordbaden für die Angestellten) spricht man mit Abschluss des Urlaubsabkommens vom 16. August 1969 (gültig ab 1. Januar 1970). Allerdings gab es wohl bereits im Urlaubsabkommen vom 23. Juli 1964 für die Arbeiter (vom Urlaubsjahr 1965 an) eine erhöhte Urlaubsvergütung.

Die Berechnungsweise sowie die Höhe dieser damaligen zusätzlichen Urlaubsvergütung entsprachen aber noch nicht dem heutigen zusätzlichen Urlaubsgeld.

Südwestmetall
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Datum: 3.8.2020

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