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Südwestmetall: Brauchen modernisiertes Arbeitszeitgesetz, um Potenziale der Digitalisierung besser ausschöpfen zu können

Thede bei 5. Reutlinger Unternehmerforum: „Flexibler Einsatz der Beschäftigten wichtiger denn je“

Erstellt am: 06/19/2017

REUTLINGEN – Das Arbeitszeitgesetz muss nach Auffassung des Arbeitgeberverbands Südwestmetall dringend modernisiert werden, damit Unternehmen wie Arbeitnehmer die Potenziale der Digitalisierung besser ausschöpfen können.

„Die strengen Vorgaben des klassischen Arbeitszeitrechts, das die Anwesenheit der Beschäftigten für acht Stunden modellhaft zugrunde legt und die tägliche Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden begrenzt, werden den Bedürfnissen der Industrie 4.0 immer weniger gerecht“, sagte der stellvertretende Südwestmetall-Vorsitzende Reiner Thede an diesem Montag beim 5. Reutlinger Unternehmerforum. „Dasselbe gilt für die gesetzliche elfstündige Ruhezeit zwischen Arbeitsende und Arbeitsbeginn.“                                                                                                                                 

Durch die neuen Formen flexibler Produktion würden sich für die Beschäftigten neue Möglichkeiten für das mobile Arbeiten bieten, erklärte Thede, der auch Vorsitzender der Südwestmetall-Bezirksgruppe Reutlingen ist. „Gleichzeitig werden mit der Digitalisierung noch viel mehr kurzfristige Auftragsschwankungen und kürzere Reaktionszeiten bei einer kundenspezifischen Produktion einhergehen. Der flexible Einsatz der Beschäftigten wird also wichtiger denn je sein.“

Die vereinbarte Gesamtarbeitszeit müsse deshalb künftig flexibler und bedarfsgerechter eingesetzt werden können, so der Arbeitgebervertreter. „Ein zeitgemäßes Arbeitszeitgesetz müsste eine Höchstarbeitszeit innerhalb der Woche definieren, die dann entsprechend der jeweiligen Bedürfnisse auf die Woche verteilt werden kann“, erklärte Thede: „Das ist im Interesse der Unternehmen und der Arbeitnehmer.“

Auch die vorgeschriebene elfstündige zusammenhängende Ruhezeit müsse praxisnäher ausgestaltet werden, forderte Thede. Es müsse möglich sein, auch nach Dienstschluss noch eine kurze Nachricht an einen Kollegen zu schicken, ohne dass die elfstündige Ruhezeit wieder von vorne zu laufen beginne. „Deswegen brauchen wir eine Klarstellung, dass gelegentliche, kurzfristige Tätigkeiten mit geringer Beanspruchung keine Unterbrechung der Ruhezeit bedeuten“, so Thede.

Hauptredner beim 5. Reutlinger Unternehmerforum, das von der Südwestmetall-Bezirksgruppe Reutlingen und dem Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft im Rahmen der Industriewoche Baden-Württemberg veranstaltet wurde, war Prof. Dr. Thomas Bauernhansl. Er referierte zum Thema „Industrie 4.0 – Plattformbasierte Ökonomie und deren Auswirkungen auf die Unternehmensprozesse“. Der renommierte Wissenschaftler leitet das Institut für industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb (IFF) der Universität Stuttgart sowie das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA).

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Datum: 28.6.2017

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