Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V.

Asyl- und Flüchtlingspolitik

Eine erfolgreiche Integration in das Ausbildungs- und Beschäftigungssystem ist die beste Grundlage für eine gesellschaftliche Integration. Südwestmetall stellt eine Million Euro für Projekte bereit, die die Integration verbessern und beschleunigen.

Mögliche Maßnahmen sind die Förderung des Spracherwerbs oder Unterstützung beim Zugang zu Praktika, Ausbildung, Nachqualifizierung oder Arbeit. Auch ein Förderjahr (TV Förderjahr) kann geeignet sein, um eine Integration junger Flüchtlinge/Asylbewerber und Geduldeter zu beschleunigen und die Voraussetzungen zu schaffen, dass diese eine Ausbildung in der M+E-Industrie beginnen können.

Hierfür finanziert Südwestmetall bundesweit fünf Integrationslotsen. Die Integrationslotsen stehen als zentrale Ansprechpersonen für Fragen rund um Praktika, Ausbildung, Beschäftigung und Qualifizierung von Flüchtlingen und Geduldeten für Mitgliedsunternehmen von Südwestmetall und Unternehmen weiterer Branchen zur Verfügung. Das Beratungs- und Unterstützungsangebot orientiert sich an den konkreten Fragestellungen der Unternehmen.

Die Integrationslotsen stellen zudem die Schnittstellen zu den Experten für Flüchtlingsfragen in den jeweiligen Regionen dar. Dabei werden auch bereits bestehende Netzwerke und Beratungsangebote genutzt bzw. werden auf diese verwiesen. Insbesondere die enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit den örtlichen Agenturen für Arbeit und den Jobcentern stehen dabei im Vordergrund.

In den letzten Monaten hat die Bundesregierung zur besseren Integration in den Arbeitsmarkt wichtige Weichenstellungen verabschiedet, so z.B. die Verkürzung der Nichterwerbsfrist auf drei Monate. Jedoch besteht weiterer Handlungsbedarf.

Die Metallarbeitgeber fordern neben der Beschleunigung von Asylverfahren

  • einen bundesweit gesicherten Aufenthalt für junge Asylsuchende und Geduldete in Ausbildung/Studium sowie zwei Jahre im Anschluss daran. Die aktuell immer nur auf ein Jahr beschränkte Duldung in der Ausbildungsphase ist sowohl für Arbeitgeber als auch für Flüchtlinge unsicher.
  • den Wegfall der Vorrangprüfung nach sechs Monaten für Asylsuchende mit hoher Bleibeperspektive sowie für Geduldete. Aktuell verhindert diese Regelung eine zügige Integration in Arbeit.
  • das Abschaffen des Beschäftigungsverbots in der Zeitarbeit. Gerade Zeitarbeit kann ein nützliches Instrument sein, um Fertigkeiten und Kompetenzen zu erkennen, sollten diese noch nicht erfasst sein.
  • einen leichteren Übergang in die Erwerbsmigration für gut qualifizierte Flüchtlinge („Spurwechsel“). Asylbewerber und Geduldete, die bereits erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert wurden, sollen im Fall einer Ablehnung ihres Antrags ohne vorherige Ausreise in das System der Erwerbsmigration (Blaue Karte EU, Positivliste Mangelberufe der BA) wechseln können.   
  • eine stärkere Förderung der Integration durch intensive Sprachkurse sowie frühzeitige Kompetenzfeststellung. Das schnelle Erfassen von Kompetenzen sowie ausreichende Sprachkenntnisse bilden die Grundlage für eine zielorientierte Qualifizierungs- und Integrationspolitik. Die Finanzierung von umfänglichen Sprachkursen sowie Sprachlehrer müssen sichergestellt sein.
  • die Mindestlohnproblematik bei Betriebspraktika zu klären, um den Betrieben Handlungs- und Rechtssicherheit zu geben. Gerade Betriebspraktika können zur  Kompetenzerfassung/Berufsvorbereitung herangezogen werden.
  • eine bestmögliche Integration junger Flüchtlinge ins Schulsystem. Ausreichende Sprachförderangebote zählen ebenso dazu wie eine offene Willkommenskultur.

Südwestmetall
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Datum: 28.6.2017

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